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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
10
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Buch der Lieder.

Inmitten in dem BlnmenlandEin klarer Marmorbrnnnen stand;

Da schant' ich eine schone Maid,

Die emsig wnsch ein weißes Kleid.

Die Wänglein süß, die Äuglein mild,Ein blondgelocktes Heil'genbild;lind wie ich schau', die Maid ich fandSo fremd und doch so wohlbekannt.

Die schöne Maid, die sputet sich,Sie summt ein Lied gar wunderlich:

Rinne, rinne Wässerlein,

Wasche mir das Linnen rein!"

Ich ging und nahete mich ihr,Und flüsterte: O sage mir,

Dn wunderschöne, süße Maid,

Für wen ist dieses weiße Kleid?

Da sprach sie schnell:Sei bald bereit,Ich wasche dir dein Totenkleid!"

Und als sie dies gesprochen kaum,

Zerfloß das ganze Bild wie Schaum.

Und fvrtgezaubert stand ich baldIn einem düstern, wilden Wald.

Die Bäume ragten himmelan;

Ich stand erstaunt und sann und sann.

Und horch! welch dumpfer Wiederholt!Wie ferner Äxtcnschläge Schall;

Ich eil' durch Busch und Wildnis fort,Und komm' an einen freien Ort.

Inmitten in dem grünen Raum,

Da stand ein großer Eichenbaum;

Und sieh! mein Mägdlein wundersamHaut mit dein Beil den Eichenstamm.

Und Schlag ans Schlag, und sonder Weil',Summt sie ein Lied und schwingt das Beil:Eisen blink, Eisen blank,

Zimmre hurtig Eichenschrank!"

Ich ging und nahete mich ihr,Und flüsterte: O sage mir,

Du wnndersüßes Mägdelein,

Wen: zimmerst du den Eichenschrcin?