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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
149
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Biographie.

gründcr des Kaltwasserheilverfahrens in Paris war. Da dieser jedochzu sehr beschäftigt war, um seinem Kranken so viel Zeit und so vielSorgfalt zu widmen, als dieser bedurfte, gesellte er sich einem seinerKollegen, Dr. Grubt), einem Ungar, der seit langer Zeit in Parisansässig war nnd eine geachtete Stellung einnahm, zu. Auf Anratenbeider fand ein Consilinm Anfang Oktober desselben Jahres statt,zu dem zwei der größten medizinischen Autoritäten gezogen wurden:die Doktoren Chomel und Rostan. Die Ärzte erkannten sogleich, daßsie der Krankheit nur Palliativmittel entgegenstellen, dem Patientenselbst aber nur wenig Erleichterung verschaffen konnten. Sie rietenihm, nach Nizza überzusiedeln, wogegen er sich aber entschieden wehrte.Dann beschlossen sie zur Erleichterung seiner Leiden ihm Fontanellenlängs der Wirbelsäule zu legen, das Rückgrat mit neapolitanischerSalbe einzureiben und innerlich eine jodhaltige Pvttaschcnlösung zugeben. Heine, welcher eine wahrhaft merkwürdige Geduld im Leidenhatte, scherzte oft über diese Verordnungen:Um meine Augen zuheilen," sagte er,legt man mir Zugpflaster auf den Rücken."

Heine zog von Passy nach der rus cl'^.mst<zrclnm Nr. öl) ineine zwar nicht große und elegante, aber ruhige Wohnung. Auchdort wurde er von Besuchen neugieriger Litteratcn und schwärmenderFrauen nicht verschont. Um den Mitteilungen, welche die crstcrcuin Deutschland verbreiteten, entgegenzutreten, erließ Heine im April184S in verschiedenen Blättern die folgende interessante Erklärung:Ich lasse dahingestellt sein, ob man meine Krankheit bei ihrem rechtenNamen genannt hat, ob sie eine Familienkrankhcit seine Krankheit,die man der Familie verdankt) oder eine jener Privatkrankheitcn ist,woran der Deutsche, der im Auslande privatisiert, zu leiden Pflegt,ob sie ein französisches rninoUisssmsnt: eis In raosUs sxinisrs odereine deutsche Nückgratschwindsucht ist so viel weiß ich, daß sieeine sehr garstige Krankheit ist, die mich Tag und Nacht foltert, undnicht bloß mein Nervensystem, sondern auch das Gcdankcnsystcm be-denklich erschüttert hat .... Im Wonnemond des vorigen Jahresmußte ich mich zu Bette legen, und ich bin seitdem nicht wiederaufgestanden. Unterdessen, ich will es freimütig gestehen, ist einegroße Umwandlung mit mir vorgegangen. Ich bin kein göttlicherBipede mehr: ich bin nicht mehr der .freieste Deutsche nach Goethehwie mich Rnge in gesünderen Tagen genannt hat, ich bin nicht mehrder große Heine Nr. II, den man mit dem wcinlanbnmkränztcnDionysos verglich, während man meinem Kollegen Nr. 1 den Titeleines großherzoglich weimarischcn Jupiters erteilte; ich bin kein lebens-freudiger, etwas wohlbeleibter Hellene mehr, der aus trübsinnigeNazarencr heiter herablächelte ich bin seht nur ein armer todkrankerJude, ein abgezehrtes Bild des Jammers, ein unglücklicher Mensch!"

Diese merkwürdige Umwandlung hatte schon in den ersten An-