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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
85
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Biographic. 83

Er nahm in seinen Entschlüssen einen erneuten Anlauf, wahr-scheinlich vor allem dem unaufhörlichen Drangen der Familie nach-gebend, sich eine feste Lebensstellung zu sichern. Es ist dies wenigstensaus einem Briefe zu entnehmen, den er am 12. November desselbenJahres an Sethe aus Lüneburg schrieb, wo er seit seiner Abreisevon Norderney, die Ende September erfolgt sein mag, wieder beiseinen Eltern lebte.

In dem erwähnten Briefe, den er, eben im Begriff nach Ham-burg abzureisen, schrieb, macht Heine noch folgende Andeutung:Ich will Dir von dort ans ordentlich schreiben. Vielleicht kann ichDir die Nachricht mittheilcn, daß ich mich dort als Advokat nieder-lasse, henrathc, viel schreibe u. s. w. Mit meiner Schriftstellcrei gehtes gut genug."

Von den Vorbereitungen für die Advokatur hören wir nunweiter nichts und es ist kaum zu glauben, daß es Heine jemalsernst damit gemeint habe. Da alle Vorbedingungen ja gegeben waren,eine mehr als ausreichende Protektion und Förderung seiner Interessenso gut wie gesichert erscheinen mußte, so wäre es Heine unzweifelhaftein leichtes gewesen, sich in Hamburg als Advokat niederzulassen. Erthat es nicht; und in allen folgenden Briefen aus der HamburgerZeit lesen nur die beständig wiederkehrenden Klagen über Mißver-ständnisse, Zwistigkeiten mit seiner Familie, über Hindernisse undSchwierigkeiten, die seinem Vorhaben entgegengestellt wurden, ohnedaß aus all diesen Klagen etwas Positives zn entnehmen wäre.

Schon der erste Brief an den allezeit getreuen Moser istVer-dammtes Hamburg" überschrieben, nnd verteidigt sich gegen die Vor-würfe, die der Freund, wahrscheinlich wohl aus demselben Grundewie die eigene Familie, dem Dichter gemacht haben mag. Ansderselben Stimmung heraus sind fast alle Briefe jener Zeit dasEigentümliche, was nur denselben entnehmen, ist der Umstand, daßHeine, der etwa am 14. November nach Hambnrg gekommen, umsich dort als Advokat niederzulassen, am 14. Dezember diese Absichtbereits vollständig aufgegeben hat! Denn an demselben Tag schreibter an Moser:Du siehst Cohen sein gemeinsamer Freund) ja dieserTage, und er kann Dir erzählen, wie ich nach Hamburg gekommen,dort Advokat werden wollte, und es nicht wurde. Wahrscheinlichkann Cohen Dir die Ursache nicht angeben; ich aber auch nicht. Hab'ganz andere Dinge im Kopfe, oder, besser gesagt, im Herzen, nnd willmichnicht damit Plagen, zn meinenHandlungcndieGründenufznfindcn."

Die kluge Mutter, Frau Betty Heine, die den Söhnen stets mitRat nnd That beistand, warnte dieselben allezeit nnd mit Recht vorihren Verwandten, welche besonders dem Dichter in der Gunst desOheims zu schaden suchten und wohl auch oft geschadet haben.

Seinem Bruder gegenüber beklagte sich Heine noch später wieder-