82 .Biographie.
und lieblich aussieht! — ^.ut Llussar uut nibil war immer meinWahlspruch. Alles au Allem.
Ich bin ein wahnsinniger Schach-Spieler. Schvn «beim erstenStein habe ich die Königin verloren, und doch spiel ich noch, undspiele unu die Königin. Soll ich weiter spielen? — ....
Nur halte mich, o Gott, in sicherer Huth vor die schleichendefinstre Macht der Stunde. — Entfernt von ihr, lange Jahre glühendeSehnsucht im Herzen tragen, das ist Höllcngnal und drängt höllischesSchmcrzgeschrey hervor. Aber, in ihrer Nähe sehn, und doch ewiglange Wochen nach ihrem alleinseligmachenden Anblick oft vergebensschmachten, u — u — und — und — O! — O! O Christian! Dakann anch das frömmste und reinste Gemüt in wilder, wahnsinnigerGottlosigkeit auflodern — ...
Seh nicht böse, Christian, ich bin Dir ja so gut, so gut, und binso gewaltig unglücklich dran. Willst Du mich auch verstoßen? Achdie Stimme im Herzen hat mich sehr getäuscht, wird sie auch diesmalLügnerin sein? Christian, sag Ja oder Nein. Du bist allein über-geblieben, sag Ja oder Nein. Bei allem, was Dir heilig ist, sagmir die Wahrheit. — Ja? nun so Hab ich auch Hoffnung, daß mir dieStimme des Herzens auch bey Mollh nicht lügt. Nein? nun —
Schreib bald, lieber Christian, Ja, willst Dn?
Das ist anch eine herzkrttnkende Sache, daß sie meine schöneLieder, die ich nur, nur für sie gedichtet habe, so bitter und schnöde gc-demüthigt und mir überhaupt in dieser Hinsicht sehr häßlich mitgespielthat. — Aber solltest Du es wohl glauben, die Muse ist mir dem-ohngcachtet jetzt noch weit lieber als je. Sie ist mir eine getreuetröstende Frenndinn geworden, die ist so heimlich süß und ich liebesie recht inniglich.
Ich dichte viel; denn ich habe Zeit genug, und die ungeheureHandelsspcculativncn machen mir nicht viel zu schaffen; — ob meinejetzigen Poesien besser sind, als die früheren, weiß ich nicht; nur dasist gewiß, daß sie viel sanfter und süßer sind, wie in Honig getauchterSchmerz. Ich bin auch gesonnen, sie balde fcs kann indessen dochviele Mvnnthe danren) in Druck zu geben. Aber das ist die Schwcre-nothssache: da es dazu lauter Minnelicdcr sind, würde cS mir alsKaufmann ungeheuer schädlich sehn; ich kann Dir dies nicht so genauerklären, denn Dn kennst nicht den Geist, der hier herrscht, lindgegen Dich kann ichs aufrichtig gestehen' außerdem daß in dieserSchachcrstadt nicht das mindeste Gefühl für Poesie zu finden ist, —es sehen denn eigens bestellte und baar bezahlte Hvchzeits-, Leichen-oder Kindtaufs-Carminaden, — so hat sich auch noch dazugescllt seiteiniger Zeit eine schwüle Spannung zwischen den getauften und un-getansten Juden falle Hamburger nenne ich Inden und die ich umsie von den beschnittenen zu unterscheiden! getaufte . Juden benamse,