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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
29
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Biographie.

„Es zieht mich nach Nordland ein goldener Stern;

Ade mein Brnder! Denk mein in der Fern'!"

Der Frcnnd möge der Poesie treu bleiben nnd „in der Brustwie einen Hort, das liebe schöne deutsche Wort" bewahren; auch mögeer dem Sänger nach dem Norden Kunde geben„Wie's ergeht der schönen Maid,

Die so manches Jünglings Herz erfreut,lind in manches gesendet viel Glut hineinDie blühende Rose am blühenden Rhein!"

Die blühende Rose am blühenden Rhein war dieselbe anmntigc Jung-frau, die den Knaben einst bei jenem feierlichen Schnlakt in so argeBcrwirrnng gebracht, daß er das angefangene Gedicht nicht Weilerdeklamieren konnte nnd in eine Ohnmacht fiel.

In Hamburg scheint Heine zuerst ans dem Cvinptoir der FirmaHeckscher Compngnic, deren Teilhaber Salomen Heine war, ge-arbeitet zu haben. Seinen ersten Aufenthalt in der Elbcstadt hatHeine selbst in Prosa nnd Verseil wiederholt geschildert; die AbNeigung gegen den Kanfmannsstnnd steigerte sich noch unter denwiderwärtigen Eindrücken, die hier ans ihn einstürmten — es haltesich alles vereinigt, um ihn in die schmerzlichste nnd gedrücktesteStimmung zu versetzen.

Der unsympathische Eindruck, den die Stadt nnd ihre Bewohnerauf ihn ausübten, verminderte sich auch nicht in der Folgezeit, son-dern steigerte sich eher zu einem gründlichen Hasse, so daß die sonstso freundliche Stadt für den phnntasievollen Jüngling im Winter einegeradezu unheimliche Physiognomie hatte.

Gleichwohl brach sich in jenen Tagen seiner „Jungen Leideil"und in der Stadt, wo er „das Jngendkrcnz geschleppt und seineDornenkronen", die poetische Begabung Heines mit elementarer Naturgewnlt Bahn. In dem vieldeutigen Märchen vom neuen Paris er-zählt uns Goethe, wie ihm einmal als siebenjährigen Knaben imTraume die lieblichsten Mädchcngcstalten ans den Fingerspitzen nmhcr-tanzten, als Vorbilder aller der Frauen, unter denen er einst imLeben zu wählen haben werde. Ob Heine in einem ähnlichen Traumebefangen war, da er in dem ersten und wertvollsten Dokument, dasuns ans jener Zeit erhalten und das uns das erste Wehen desSturmes allkündigt, in dem ersten Briefe an Sethe schreibt:

„Freu' dich, freu' dich, in vier Wochen sehe ich Mvlly,

Mit ihr kehrt auch meine Muse zurück.

Seit zwei Jahr Hab' ich sie nicht gesehn.

Altes Herz, was freust du dich und schlägst so laut!"

Und da er in jenem bereits erwähnten Gedicht an einen Freund