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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
218
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218 Briefwechsel mit Abbt.

lich über die Verwandlung als ein ganz seltsames Phäno-menen erstaunen.

Vielleicht hatten wir uns von den Vorfallen, welcheuns zu Hause drückten, in etwas erhohlct, und Athemaus freyer Luft geschopfet. Mich schlugen damals vieleDinge nieder; und ich war nicht daheim. Sie durftenEich auch kaum fühlen; und so vergingen gute Tage undStunden, welche minder trösteten als sie Anfangs ver-sprachen. Der gute Herr Superintendent ist mir nochimmer eine sehr merkwürdige Erscheinung, seitdem ichseines Bruders Sohn vor und nach einer Krankheit ge-kannt habe. Dieser war wirklich ein ganzes halbesJahrverrückt; und die Vcrrückung bildete sich zu einem ganzneuen Charakter aus, so daß der junge Mensch vomWeißen zum Schwarzen überging. Aus vielen jugend-lichen Handlungen des altern schließe ich auf eine gleicheCrisin; und die Sache verdiente wirklich eine ernsthafteBetrachtung. Die Geschichte unserer Seelen hatte viel-leicht aus einem Tollhause ansehnliche Beytrage zu er-warten. Und wer weiß, ob wir nicht auf Mittel kamen,dumme Jungen rasend, und ans Rasenden Virtuosen zumachen? Doch wir wollen es bleiben lassen. Die Leutebekommen ihre Nückfalle; das wissen Sie.

Wenn Sie nun nach Frankfurt kommen: so wer-den Sie den Herrn Superintendent Plitt sprechen; unddann bitte ich um meine gar schone Empfehlung. Ichverehre in ihm einen Mann von einem recht guten Tem-perament. Sie werden ihn vergnügt finden; daraufwette ich. Und was will man mehr? In Genf werdenEmil und Sophie *) nun wohl ein halbes Dutzend Kin-der mit einander haben, denn sie schienen beide von guter

Art

Rousseau'6 Emile. N.