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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
139
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Briefwechsel mit Friedrich Nicolai, i z 9

4.

Nicolai an Möser.

Berlin, den i y. März 1767.

^w. Schreiben vom a i. Febr. habe ich zu seiner Zeitrichtig erhalten. Ich beweine noch mit Ihnen den Todunsers Z-.bbt. Ich habe jetzt wirklich angefangen seinLeben zu beschreiben, und da ich vor der Messe kaumnoch ein Paar Wochen dazu Zeit habe, so befürchte ichIhnen kein Genüge zu thun. Inzwischen, was icsskann,soll geschehe». Ich werde sein Leben ganz simpel beschrei-ben, seinen Charakter schildern, und in Absiebe auf seineSchriften und sonderlich auf seine Schreibart, werdeich ein strenger Kunstrichtcr seyn.

Seine Schreibart scheint mir, je mehr ich es über-lege, aus einer mißlungenen Nachahmung des Tacitusentstanden zu seyn. Er wollte wichtige Sentenzen inwenig Worten ausdrücken. Zuweilen aber waren seineGedanken entweder noch nicht reif genug, oder er hattenicht Geduld genug sie so zu wenden, daß sie sich natür-lich ausdrücken ließen. Er glaubte also, die Schuldläge an der Sprache, und inachte neue Wörter, oder erverlor sich in Metaphern um seine Gedanken klarer dar-zustellen. In Kurzem ward er dieser Schreibart so ge-wohnt, daß sie ihm natürlich ward, und er sie auchbrauchte, wenn die Ursachen die sie zuerst veranlaßten,nicht da waren.

Ich lese in der Vorrede zu seiner Welchisiorie, daßEw. ihm Ideen zu einem Plan zur Wclthisiorie gegebenhaben. Sie würden mich sehr verbinden, wenn Siemir sagen wollten, welche Ideen dieß waren.

Ich