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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
84
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84 Eine Bauren-Theodicee.

Ihm wohl etwas von seinem große» Werke verderben?Und kann er uns nicht nach unserm Willen laufen lassen,bis wir zu Ihm schreyen? oder bis Er es der Mühewerth achtet, Holla zurufen?

Ich kam neulich in die Hätte eines Landmanns,dem die vorige Nacht das Wasser seine vier lehmerneWände ausgespület, und Alles verdorben hatte. GuterFreund, sagte ich zu ihm, wie konnt Ihr hier, wo Ihrbeynahe auf eine Stunde Wegs keinen Nachbarn undkeine Hülfe habt, woJhr allen vier Elementen zum barenRaube offen liegt, wo Diebe und Mörder und Alles waseinen armen Hülflosen Menschen überfallen kann, einefast unumschränkte Gewalt über Euch haben; wie konntIhr hier, mit Eurer Frau und Euren kleinen Kindern,die Ihr noch nicht weit schicken konnt, mit Ruhe schla-fen? Wenn Einem von Euch in der Nachr etwas zustieße,so müßtet Ihr Euch ja schlechterdings auf Gottes Barm-herzigkeit verlassen.

Ich kann wohl sehen, antwortete mir der Mann,daß Sie aus der Stadt sind, wo die Kinder nicht schla-fen können, wenn die Magd nicht bey der Wiege sitzt.Hier auf dem Lande sind wir ganz anders gewohnt. So-bald wir des Abends unser Gebet gethan haben, so sindwir in Gottes Gewalt; und nun mag es regnen undschneyen, stürmen und wehen, so können alle vier Ele-mente uns wohl aus dem Bette bringen, wie es auchdas Wasser noch vorige Nacht gethan hat; aber sonstdenken wir: was Gott will, das geschehe ! und damitschlafen wir rnhigcr ein, als wenn alle Wachter ausder Stadt uns die Ohren voll dließen. Wer dein lieben

Goct