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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
40
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4» Harlekins Heirath;

Kolombine. Nein, Papa! In der Sache sindwir eins; wir können uns nur über die Rotte nicht ver-gleichen. Herr Harlekin will es besser wissen als ich, undmich dünkt, in diesem Stück konnte ich lange sein Mei-ster seyn. Ich bin von Jugend aufbcy dem Schauspieleerzogen; bin so maunichmal Braut gewesen, und mußes vermuthlich besser wissen als er.

Barth. Nun, Harlekin, so sollten Sie sich auchweisen lassen. Kolombine führet sie gewiß keinen unbe-kannten Weg.

Kolombin e. O nein! Ich dachte es eben so zumachen wie die selige Mama.

Barth. Wie ich meine selige Frau heirathete,folgte ich ihr blindlings, und unsre Ehe würde nicht sogesegnet gewesen seyn, wenn ich minder folgsam gewesenwäre. Sie war allzeit fertig mich zu unterweisen, undihr Exempel that bisweilen die besten Dienste. Oft warmir ihr Unterricht sehr ungelegen; aber das war, derHimmel weiß, ihre Schuld nicht.

Hark. Das Schlimmste sind meine Scrupcl; undich begreift noch nicht, Herr Barthvld, wie solche durchunsre Comodie werden gehoben werden. Stellt Kolom-bine die Braut gut vor, so werde ich denken: sie verstehtihre Rolle; und stellt sie solche nicht gut vor, so werdeich denken, sie versieht noch eine Rolle. Und der Him-mel weiß, ob sie nicht noch eine dritte versteht. Es istdoch schlimm, daß man das Ding nicht auf die Gold-wage bringen kann.

Barth. Die beste Goldwage ist ein gutes Ver-trauen; wer das nicht hat, der ist schon wirklich betro-gen; und wer es hat, der ißt seinen Salat, schluckteine Schnecke mit hinunter, und findet ihn noch schmack-hafter.

H a r l.