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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
19
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deutschen Titular - und Formularbuch. 19

Der Verfasser handelt hierauf umständlich von derAufs chrift, Ueberschrift und Unterschrift der Briefe, zei-get weitläuftig, wen man duzen oder yrzcn, undwie man das Ench nnd Ihr geschickt verwandelnsolle. Die Herrn von Oesterreich, sagt er, hatten es sohergebracht, alle Geistliche bis an die Cardinale zututzen, wenn keine geborne Fürsten unter ihnen waren.Der Kaiser aber sowohl als der Romische Konig tutztensie alle, bis an den Papst. Ein unedler Prälat konnteseine Edelleute tutzen, wenn sie ihm mit Mannschaft ver-wandt waren; jedoch nur in dem Fall, wenn er sie ihrerPflicht mahnte.

Die Grasen und Freyen empfingen von dem unter-sten Grad, und sogar von dem- mittlern geistlichenStande, den Titel gnädiger Herr; da sie solchenim Gegentheil keinem gefürstcten Bischöfe, sondern nurden Erzbischofen wieder gaben. Die Panncrherrn erhiel-ten ihn gleichfalls, doch nicht von den Thurnicrsgenos-sen Edelleuten, welche jenen nur den Titel: EdlerLieber Herr, zu geben pflegten. Die VerdoppelungHerr Herr (welche heut zu Tage auf allen Briefensteht) gebührte nur bloß den geborgen Herren und denvornehmsten Prälaten. Das Zeichen u. sollte bey demobersten Geistlichen, imgleichen bey dem ersten und an-dern weltlichen Stande niemals versäumt werden. EinePrälamr von Gottes Gnaden, wenn sie auch an sich ge-ringer wäre als der Stand desjenigen der sie besäße,hätte dennoch den Vorzug vor dem höhern weltlichenTitel, sonst aber nicht; also schriebe man:

Bischof zu Straßburg, Pfalzgrafe by Rpne,

Henrich von G. G. Graf zu Henneberg,

Schulherr des hohen Stifts Straßburg."

B 2 Das