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Harlekin
Was ich aber billig als ein Geheimniß meiner Fa-milie bewahren sollte, ist dieses, daß ich in allen mei-nen Ausbildungen den Anstand einer Dummheit behalte.Dieser Anstand, oder das wahre Qoklo, welches dieFranzosen durch nsck nur halb ausdrücken, schattirtalle meine Gemälde, und rettet meinen Rücken. EinMann, der das Unglück hat Verstand zu besitzen, undsolchen fein auszudrücken, wird allemal wohl thun,fürstlicher Thorheiten zu schonen. Und wenn ein andrerals Sancho dem Herrn Baccalaureus das Räthselvom Esel ausgeloset hätte: so würde es ohne Empfin-dung nicht abgegangen seyn. Alle meine Mitbrüder inder hohem Klasse des Komischen hingegen müssen dieseKlugheit beobachten. Ich aber, mit dem AnstündeMeiner Einfalt, kann die höchsten und niedrigsten Feh-ler, so lange ich keine Bosheit blicken lasse, kühn auf-decken, ohne die Empfindung des Getroffenen zu ver-bittern. Er wird sich schämen sich von einem Narrenbeleidigt zu halten, und doch das Scinigc daraus neh-men ; eben wie der Gelehrte das Lob eines kleinen Gei-stes verachtet, und es doch heimlich mit zu seinem all-gemeinen Beyfall rechnet. Dumme Leute loben nachEmpfindung, Kluge nach Absichten; und im Zweifelmuß man beides zu seinem Vortheil annehmen.
Ich weiß nicht, ob es mir allein oder Andern auchvorkommt, der Diener in der Livree, welcher seinenHerrn zum Narren hat, scheint mir nicht wohl ausge-dacht zu seyn. Gleichwohl ist in den übrigen komischenVorstellungen, dieser Diener gemeiniglich der Controlleur der Sitten. In meiner komischen Republik pflegeich eben dieses wichtige Amt selbst zu bekleiden. Alleindas Auge des Zuschauers ist gewohnt, meiner Figurdasjenige zu verzeihen, was dem Lakai mit allem Recht
übel