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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
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Harlekin

stellt wurde, und die Scene kam worin Estriche ih-ren Bruder um die Verhinderung eines immittclst zwi-schen ihrem Gemahl und Godewiu vorgehenden Zwcy-kampfs bat, aber in 20 der schönsten Verse die Abscheu-lichkeit dieser unbefugten Entscheidung vorstellte; daßein bewegter Fleischer in voller Angst ausrief: Ichwollte, daß der Donner in das Geschwätz schlüge, siesiechen sich ja immittelsi funfzigmal todt*)!

Man wird nur zugeben, daß die fürstliche Ein-falt und die Einsicht des Fleischers, beide nach den Re-geln der Wahrscheinlichkeit nicht zu vermuthen waren.Indem aber doch Fürsten und Fleischer solche Irwillainrsl'valia, wie ein alter Lehrer ein ehrlicher Rcchtsgc-lehrtcr es nannte, haben können; so glaube ich, meineVermuthung noch etwas weiter erstrecken zu dürfen.Ich kenne viele Männer, die mit ihrer Zunge nurHand-arbeiten verrichten. Diese haben mir oft gesagt, daßsie sich von keiner Regel eines allgemeinen Geschmacksüberzeugen konnten. Die Uebertreibung der Gestaltenkann also wohl eben durch einen allgemeinen Satz nichtverworfen werden.

Meine

*) Ein ahnlicher Vorfall trug sich in London bey derVorstellung des Grafen von Essex zu. Der Grafhatte der Gräfinn von Nottingham einen Ring anver-trauet den sie der Königinn Elisabeth einhändigensollte, und von der Auslieferung dieses Ringes hingsein Leben ab. Aus Eifersucht aber hatte sie sich ent-schlossen, ihn nicht abzugeben. Die Königinn, welchedas Leben des Grafen zu erhalten wünschte, fragte siemehrmals hinter einander, ob sie nicht einen Ringvon dem Grafen bekommen hätte? und als sie es im-mer leugnete, rief endlich ein Schiffer, voll Mitlei-dens und edlen Unwillens, von der Gallerie: BeyGott, sie lügt, die Canaille! ich sah es,wie sie ihn in ihren Busen steckte.