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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
75
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oder Vertheidigung des Groteske-Komischen. 75

Wenn die komische Oper, welche sich eine Zeitlang allesBeyfalls in Rom, Paris und Potsdam bemächtigt hatte,mit gleicher Bescheidenheit gehandelt, und sich mit demRange eines Zwischenspiels, welcher ihr unstreitig zu-kam, befriedigt hatte: so würde sie gewiß den Neidihrer Mitbnhlerinncn versöhnt, und nicht bestandig zuihrem Untergange gesiegt haben. An dem Titel Ko-mödie ist mir ohnehin wenig gelegen. Es schadeteiner schönen Polonoisc nichts, daß sie nicht die Ehrehat Menuct zu heißen; und manche Blume ist an einerDoris Busen ganz stolz verblühet, deren Geschlechtvom Ritter Linn7 niemals bestimmt worden. Meinekomischeil Vorstellungen mögen künftig immer H a r l e-kinadcn heißen, und meinen Namen, so wie ehemalseine Pflanzstadt ihren Stifter, verewigen. Vielleichtist es mir auch weit rühmlicher, ein eignes Thier inmeiner Art zu bleiben, als wie der Löwe zum Katzcnge-schlcchr gezahlt zu werden.

Diese meine aufrichtige und jedem Redner gegenseine vorgesetzte kritische Obrigkeit wohlanständige De-muth erlaubet mir aber nicht, denen zu schmeichelnwelche die komischen Vorstellungen bloß auf die cigent-licheKomödie und höchstens auf das rührende oder soge-nannte, weinerliche Lustspiel einschränken wollen. DieSphäre des menschlichen Vergnügens laßt sich noch immererweitern, und der besondre Geist der Engländer hat zuunsern Zeiten selbst in krummen Alleen neue und mehrereVollkommenheiten, als in den ewig einförmigen und be-ständig in einer Linie fortgehenden Lustgängen gefunden,wovon man bey dem ersten Eintritt die ganze monoto-uische Einrichtung errath, das Ende immer vor Augenhat, und endlich mit der größten Langenweile erreicht.Die Natur ist unerschöpflich an Gestalten, worin sie

ihre