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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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Anlionette von Lothringen. Zng des Mendoza 1598. 557

wurde. Er gedachte sich der Nhcinlinic wieder zu bemächtigen, umdann von Norden her die Niederlande zu bezwingen und, wenn diesnicht, so doch jedenfalls die Vernichtung des Protestantismus in denjnlich-clcvischcn und angrenzenden Landen zu erreichen. Und diesletztere war ihm vielleicht noch mehr Herzensangelegenheit als jenes.Er war von dem Gedanken erfüllt, daß er zur Bekämpfung derKetzerei in Deutschland berufen sei. Durch seinen Anditcur van denBosch ließ er dem Magistrat von Wesel erklären, der königlichenMajestät Kricgshccr sei zu dem Ende ins Land gekommen, um ihrerMajestät Rebellen zum Gehorsam zu bringen und die Ketzerei aus-zurotten. An den Bischof zu Paderborn schrieb er: Wenn dasspanische Winterlager sich bis ins Stift Paderborn ausdehnen undinzwischen die Ketzerei in demselben nicht ausgerottet sein sollte, sowerde der Zorn seines glanbcnscifrigcn Heeres weder das Leben derKetzer noch die Habe der Gläubigen verschonen.

Das Heer, welches Mendoza führte, war folgendermaßen zu-sammengesetzt: Z 62 Fähnlein Spanier, 39 Fähnlein Italiener,2 Fähnlein Iren, 4 welsche Regimenter unter Barlotte, dem Grafenvon Bnsquoh, dem Herrn von Assieourt und dem EngländerStanley, sodann 4 deutsche Regimenter, insgesamt 168 Fähnleinans allerhand Nationen, zwischen 29 und 22999 Mann zu Fuß und2009 zu Pferd. Diese bestanden aus 6 Fahnen Albancscr Lancicrs,7 Fahnen spanischer Lancicrs, 5 Fahnen Kürassieren, noch 8 Kara-biner Kompagnien unter Spaniern und Italienern.

Das kirchcnpolitischc Unternehmen galt zumeist den beidenStädten Aachen und Wesel und dem Grafen von Broich.

In Aachen war seit Jahren der Protestantismus herrschend;da er es aber erst nach dem Augsburger Rcligionsfriedcn gewordenwar, hielt der Kaiser sich für berechtigt, die früheren Verhältnissewieder herzustellen. Als die Stadt nicht gutwillig gehorchte, wurdesie bei dem Herannahen des spanischen Heeres in die Acht erklärtund mit Gewalt zum Katholizismus zurückgeführt.

Wesel war seit vielen Jahren der Hort der Reformation amNicdcrrhcin gewesen. Bekannt ist das Sprüchlein der Jesuiten:Gens, Wesel und Rochcllc sind des Teufels andere Holl'.

Wirich VI. Herr zu' Dhaun, Graf zu Falkcnstcin, Herr zuBroich und Oberstem, dessen Großvater durch Heirat die HerrschaftBroich an sein Geschlecht gebracht hatte, war um 1548 geboren.Sein Vater starb früh; großjährig geworden, wurde er am

st Von Mecteren I 786.