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ß 63. Die Reformation.
Salvatorkirchc an kupfernen Töpfen, Kesseln und andern Geräten430 K. zn Büchscnspcisc; die Minoritcn in? Franziskanerkloster gcibcneinen Topf von 71 K, die Kapelle auf den? Kirchhofe lieferte eineGlocke voi? 84 K; von den Bürgern kam so viel, daß im ganzenin 5 Tonnen 1250 K, abgesandt werden konnten; doch eilig warman nicht dabei; die Ablieferung geschah erst am 5. Mai 1540.
Herzog Johann war indessen, wie schon gesagt, im Februar1 539 gestorben. Als sich in langen Verhandlungen mit Karl V.zeigte, daß eine gütliche Uebcreinkunft nicht zu erreichen sei, ging derjunge Fürst auf die Lockungen Franz II. von Frankreich ein, schloßmit demselben ein Bündnis und heiratete zur Festigung desselben dieNichte des französischen Königs — die Prinzessin blieb aber noch inFrankreich — und begann den Krieg. Wie er geführt wurde, können wirans den Leistungen der Duisburger entnehmen. Ein erstes Auf-gebot von 100 Mann — darunter 12 von Rnhrort — blieb beiUerdingen liegen. Dann wurden 100 Bürger ans einen Monat zneinem Zug ins Jülichcrland, wo Kämpfe stattfanden, ausgesnndt,aber keiner der hervorragenden Bürger, der mit seiner Ehre für dieSache hätte einstehen müssen, zog mit aus; als der Monat um war,kehrten die Krieger zurück und weigerten sich, weiter auszuziehen. Unddabei blieb es; nur daß der Rat beschloß, es sollten 50 Söldner ange-worben werden für die Zeit, daß die andern Städte auch Leute schicktenoder Geld zahlten. Doch dieser Beschluß kam nicht zur Ausführung.Man schickte statt dessen Geld. Wir werden nachher sehen, in welcherWeise.
Nur so lange, als Karl V., noch auswärts beschäftigt, deinKampfe fern blieb, vermochten die Truppen des Herzogs einiger-maßen das Feld zu behaupten; dann aber wurden sie in raschenSchlägen vernichtet. Und der Herzog, von dem französischen Königein? Stich gelassen, mußte sich zur Unterwerfung entschließen. Am7. September 1543 erschien er vor dem Kaiser in? Lager von Vcnlound bekannte, durch jugendlichen Leichtsinn und bösen Rat verleitetzu sein und bat fußfällig um Gnade. Alls Geldern leistete er na-türlich Verzicht; weiter verpflichtete er sich unter anderm, in seinenGebieten den Katholizismus aufrecht zu erhalten und, wo Neuerungeneingetreten wären, den alten Zustand wieder herzustellen. Auch dasBündnis mit Frankreich und eben so die Ehe wurde gelöst. ')
Seit dem Tage von Vcnlo blieb Herzog Wilhelm dem Kaiserfolgsam; höchstens bedurfte es einer Drohung.
0 Einige Jahre darauf vermählte der Herzog sich mit Maria, der jüngerenTochter König Ferdinands, und wurde so noch enger an das Kaiserhans gefesselt.