H SI. Tie Zeit der Soester Fehde.
§ 51. Die Zeit 5er Soester ,feb5e,')
Während Diedrich von Köln an der großen Politik stark be-teilig t war, benutzte Adolf von Cleve die Zeit, nin seine Macht zubefestigen und zu erweitern. Bon dein Verlobten seiner Tochter,Arnold von Geldern, erwarb er den Rcichswald bei Cleve und Be?zicht auf Beck und Stertrade und die Knip, welche von den Steckendurch Tausch an Geldern gekvmincn waren.Am 1. September>452 wurde ihm von Diedrich VI. Burg und Festung Broich übertragen, worauf dieser es samt der Psnndschaft Mülheim als Lehenzurückerhielt.^) In? Jahre 1439 jedoch sah er sich genötigt vor Broichzu ziehen, weil von dem Schlosse aus Gcwaltthätigkciten verübt waren.Der Bater Diedrich VI. hatte sich nicht in demselben befunden,')sondern nur ein Sohn; aber auch jener war an den Ucbelthatcn bctciligt.J Die Belagerten wurden zur Mrchgiebigkeit gezwungen nndmußten das Schloß überliefern, welches nun an? 9. Juni Heinrich,der zweite Sohn Diedrichs, als Lehen von Adolf erhielt. Auch Erz-bischof Diedrich von Köln hatte Grund znr Beschwerde über dieLimburger; es scheint jedoch nicht, daß er an der Belagerung Teilgenominen oder Gcnngthnnng erhalten hat, die ihn befriedigt hätte;wenige Jahre darauf suchte er sie mit Gewalt zu erzwingen.
Wenn nun Adolf von Cleve auch einigen Zuwachs an Machtgewonnen hatte, so waren doch die Mittel, über welche Diedrich ver-fügte, der Art, daß es schien, als müßte Cleve in einem erneutenWertkampfe erdrückt werden.
Schon bald nachdem Diedrich 1414 Erzbischof von Köln ge-wor den war, war es ihm gelungen, seinem Mitbewerber Wilhelm vonBerg auch das bisher von demselben verwaltete Bistum Paderbornzu entziehen; 1415 wurde er Administrator desselben; ja, im Jahre 1431wurde ans Anordnung des Papstes Engen IV. das Stift Paderbornder Kölner Kirche einverleibt. 1424 hatte er seinem Bruder Heinrichdas Bistum Münster verschafft, dieser wurde 1442 auch noch Admi-nistrator des Bistums Osnabrück. Seinen jüngsten Bruder Walramsuchte er 1423 an die Spitze des Bistums Utrecht zu bringen, dochmußte derselbe zunächst vor zwei andern Bewerbern zurücktreten;aber 1433 gelang es ihm, wenigstens einen Teil des Bistums alsein vom Konzil bestätigter und von Sigismund anerkannter Bischof
9 Vergl. außer Lae. Archiv besonders Hausen, Die Soester Fehde, inde n Publikationen aus den Preußischen Staatsarchiven. ") Lac. IV 192 u. 134Vgl. oben S. Il)3 Ann?. 7 u. 8. IV 232 und oben S. SN. Städte-
chrvuikcn XX S. 62. Van der Schüren, Chronik S. 2t)2.