Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
239
Einzelbild herunterladen
 

Die bekannten fünf und neunzig Theses Luthcri, er. 239

89.

Weil auch der Pabst der Seelen Seligkeit mehr durch Ablaß,denn durchs Geld suchet- warum hebt er denn auf und macht zunichte die Briefe und Ablaß, die er vormals gegeben hat, so sie dochgleich kräftig sind.

90.

Diese der Layen sehr spitzige Argumente allein mit Gewalt wol-len dämpffen und nicht durch angezeigten Grund und Ursach auflo-sen, heißt die Kirche und Pabst den Feinden zu verlachen darstellen,und die Christen unselig machen-

91.

Derhalben, so das Ablaß nach des Pabsts Geist und Meynunggeprediget würde, wären diese Einreden leichtlich zu verantworten, ja,sie wären nie leicht vorgefallen.

92.

Mögen derhalben alle die Prediger hinfahren, die da sagen zuder Gemeinde: Friede, Friede! und ist kein Friede. (Ezech. 13,10. 16.)

93.

Denen Predigern aber müsse allein es wohl gehen, die da sa-gen zu der Gemeinde Christi: Creutz, Creutz! und ist kein Creutz.

94.

Man soll die Christen vermahnen, daß sie, ihrem Haupte,Christo, durch Creutz, Tod und Hölle nachzufolgen, sich befleissigen;

9Z.

Und also mehr durch viel Trübsal ins Himmelreich zu gehen,Apstg. 14, 22., denn, daß sie durch Vertröstung des Friedes sicherwerden.

procestario n.

Ich, Martin Luther, Doctor, des Eremitcrordens zu Witten-berg, bezeuge öffentlich, daß ich einige Sätze Wider den päbstlichenAblaß, wie man ihn insgemein nennet, herausgegeben habe. Obmich aber wol weder unsere berühmte und löbliche Universität, nochdie bürgerliche, oder der Kirchen Gewalt bisher verdammt hat- sogibts doch, wie ich höre, voreilige und verwegene Leute, die nach derSache Untersuchung sich nicht scheuen, mich als einen Ketzer aus-zuschrcven.