Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
53
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Jesaia 35. 53

der Verheissung, mit welchen er andeutet, daß wir mitten unterden Feinden sind, welche allesamt das Wort und unsere Lehreals die allerschadlichiten Ketzereyen verdammen, und uns die höch-sten Wohlthaten, durch welche wir sie erretten und an Leib undSeele wollen errettet wissen, mit den größten Uebelthaten vergel-ten, da sie uns doch sollten, wie ihre Äugen, lieb und werth hal-ten, wie es 1. Cor. 4. von den Corinthiern heißt (Gal. 4, 15.).Das ist aber die rasende Unbilligkeit der Welt, daß sie den, derihr Heiland und Vater ist, verdammet und tödtet. Vater aberund Heilande sind treue Lehrer der Kirchen, gleichwie auch Pau-lus diejenigen, die er im Glauben unterwiesen hatte, seine Kin-der nennet, 1. Cor. 4, 14, 15. So ist nun klar, daß die Weltwahrhaftig des Teufels Reich sey, weil sie die Wohlthaten desHeils und des Lebens nicht vertragen kann, sondern sie mit demTode belohnet. Dieses stehet der Heilige Geist, was es vor greu-liche und schwere Sünden find. Derowegen vermahnet er: Seydgeduldig, fürchtet euch nicht, oder rächet euch etwan selbst, son-dern stellet dieselbe eurem Herrn anHeim, der wird kommen undeure Feinde dermaassen zur Strafe ziehen, daß er mich erretteund bcsreye. Also ist es in der Kirche hergegangen, welche dasRömische Reich anfangs unterdrücken wollte; aber es ist selbstunterdrückt worden. Eben dieses hat nachgehends der Satandurch den Pabst versucht; aber der Pabst ist gefallen. Heut zuTage versucht er eben dieses durch die Secten und Ketzer, abersie gehen zu gründe; das Wort aber des Herrn bleibet in Ewig-keit, Jes. 40, 8. So kömmt denn unser Heiland allezeit zurRache, ehe die Feinde ihr Vorhaben zum Stande bringen können.Derowegen ist dieses ein herrlicher und fürtresslicher Trost, wennwir die Umstände ansehen. Erstlich wenn wir ansehen die Künsteund Gedancken des Teufels, der uns auf so mancherley Weisebestürmet, bis wir endlich matt und müde werden und unterlie-gen. Hier sollen wir gerüstet seyn und dencken, seine Tyranneywerde nicht immerwährend seyn, sondern Christus werde kommenals ein Rächer und Erretter. Zum andern muß man auch dar-auf sehen, daß dieses ein Befehl Gottes vom Himmel ist: Seydgetrost und fürchtet euch nicht. Ihr habt zwar einen grossenFeind; aber ich verspreche euch, daß es der Herr rächen wird, derAnschlag der Feinde wird nicht gelingen, sondern ihr werdet er-Mtet und selig werden, behaltet nur das Wort und treibet das-^be; beharret im Worte. Zum dritten machet auch das eineBeschwerung, daß keine Gestalt an der Kirche ist; denn sie machet