46 Iesaia 26.
Noch können wir dem Lande nicht helfen, und die Ein-wohner auf dem Erdboden wollen nicht fallen.
Ob wir uns zwar angstiglich bemühen, so richten wir dochnichts aus bey den Gottlosen, weder mit Predigen, noch mitDrohen, noch durch Erduldung alles Uebels, sie bleiben in ihremSinn und Hertzen verblendet.
V. 19. Aber deine Todten werden leben und mit dem Leich-nam auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegtunter der Erde. Denn dein Thau ist ein Thau desgrünen Feldes; aber das Land der Todten wirst dustürtzen.
Gleichwie Paulus spricht, 2. Cor. 6, 9: Als die Sterben-den, und siehe, wir leben. Wenn man meynet, die Christen ster-ben, so leben sie. Christus spricht Joh. 16, 33: In mir habtihr Friede; aber in der Welt habt ihr Angst. Denn die Christensind wie Schlachtschafe, Rom. 8, 36, die zum Tode bestimmtseyn; es erfolge nun der Tod, oder erfolge nicht. Unser Trostaber ist, daß wir leben werden, wenn wir gestorben sind; daß esalso ein allgemeiner Ausspruch ist, welcher auch den besondernAusspruch von dem Jüngsten Gerichte in sich schließt.
Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde. Dasist ein Trost für die Christen in diesem Leben. Ihr, die ihr derTodesgefahr unterworfen seyd, werdet ja nicht matt. Rühmet,die ihr im Staube sitzet, das ist, die ihr von den Gottlosen fürTodte gehalten werdet.
Denn dein Thau ist ein Thau des grünen Feldes. Die Rie-sen werden umkommen, die Christen aber werden leben, undzwar werden sie leben, ohne daß Menschen etwas darbey thunsollen, gleichwie der Thau von oben herabfallt, ohne daß Men-schen etwas darzu beitragen. Ausserdem so ist das Blut der Chri-sten, wie der Thau, womit die Kirche benetzet wird und die Ty-rannen bezwungen werden.
V. 20. Gehe hin, mein Volck, in deine Kammer, und schleußdie Thürs nach dir zu; verbirge dich einen kleinen Au-genblick, bis der Zorn vorübergehe.
Das ist einerley mit dem, was im 4. Psalm, 5. stehet:Zürnet und sündiget nicht, das ist, erduldet die Hand des Herrnund leidet. Es ist noch um einen Augenblick zu thun, so wird dieHülfe da seyn. Thue nicht klaglich und lauste nicht vor Angsthin und her, halte an dich und gründe dich aufs Wort. Gehe indeine Kammer, daselbst bete und betrachte Gottes Wort. Ver-