Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
34
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Z4 Jesaia 12.

sang singen und sich nach desselbigen Vorschrift rühmen; auf daßman wisse, es komme bey dem Siege gar nichts auf unsere Kräfte,auf unsere Gerechtigkeit und Verdienst an, sondern allein auf diePredigt des mündlichen und äußerlichen Worts, welches weder derSatan, noch seine Glieder, die gottlosen Menschen, leiden können.Du magst also entweder mit Traurigkeit, oder mit Kleinmüthig-keit, oder mit einem andern Uebel geplaget werden, wenn du nurso weit durchbrechen kannst, daß du das Wort hörest, so hast duüberwunden; gleichwie Gideon allein durch den Schall der Po-saunen die Midianiter geschlagen hat, Nicht. 7, 22. Daher haltman billig dafür, daß die Schwärmer vom Satan müssen beses-sen seyn, die das äußerliche Wort, als ob es unkräftig wäre, ver-achten und es verfalschen. Und der Satan hat durch diese ebendas vor, was er vormals durch den Pabst vorhatte. Denn da-mals war die heilige Schrift mit leeren Träumen verdeckt; nach-dem sie aber nunmehro aus selbiger Finsterniß herausgerissen ist,so verachtet er sie durch diese eitel gesinnten Geister, und suchetden Leuten eine Geringschätzung gegen dieselbe benzubringen. Soist denn kein Wunder, daß bey so grossem Lichte des Worts,welches uns Gott zu dieser Zeit offenbaret hat, aller Welt Haßgegen uns angezündet ist, und der Satan mehr, als jemals vor-hin, sich durch seine Glieder wider uns auflehnet und wütet.Denn er empfindet die Kraft des Worts; und weil er weiß, daßwir um unsers Fleisches willen die allerschwächsten seyn, so ver-drüßt es ihn doch, dÄß wir die unüberwindlichen Waffen, nem-lich das Wort, womit alle dessen Macht zu Boden geschlagenwird, behalten. Daß er also das Wort hasset, das rühret nichtaus einem Fehler des Worts her, sondern von der unendlichenBosheit dieses bösen Geistes; gleichwie ein Triefaugiger deßwegen,weil er keine guten Augen hat, die Sonne, welche an und vorsich gut und allen lieblich ist, nicht vertragen kann. Wir abersollen uns dieses Verses immerdar erinnern, daß keine andereArt und Weise sey, den Satan und alles Uebel zu überwinden,als das Wort, fürnemlich aber in geistlichen Versuchungen. Wennda einer das Wort fahren läßt, und sich mit seinen Gedanckenherumschlägt und streitet, so ist es um ihn geschehen, wie wirunten im 36. Capitel dieses weitläufiger erklären wollen. Dar-um lasset uns gerüstet seyn und mit Mose und Jesaia diesenVers singen: Christus ist unser Heil, aber auf keine andereWeise, als durch Lobgesang. Es erstreckt sich aber dieses Heiloder Sieg wider das Gewissen, wider die Sünde, wider die