78 Der Glaube an Christum machet allein vor Gott gerecht.
seines Glaubens und der Lehre gewiß sey, und sich so gründe mitSprüchen aus Gottes Wort, daß er wider den Teufel bestehen undauch sich wehren könne, wenn man ihn auf ein anders führen will,Und also helfe die Lehre erhalten und verfechten.
Wenn wir nun leben werden an jenem Tage, so werden wirunsanspeyen und sagen: Pfuy, daß du nicht getroster, kecker, starckerund freudiger gewest bist, Christo zu glauben und zu leiden allerlcyUnglück, Creutz und Verfolgung, weil die Herrlichkeit so groß ist.Wenn ich jetzt in der Welt wäre, so wollte ich mich zehen Türckenmit Füssen lassen treten.
Es ist nur ein Artickel und Regel in Theologia, wer die nichtwohl inne hat und weiß, der ist kein Theologus, nemlich: rechterGlaube oder Vertrauen auf Christum. In den Artickel fliestenund gehen wieder heraus die andern allzumal, und ohne diesen sinddie andern nichts. Der Teufel hat von Anfang der Welt diesenArtickel angefochten, hatte ihn gern vertilget und an seiner stattseine Klugheit aufgedrungen den betrübten, elenden, geplagten undangefochtenen Hertzen; denen schmeckt dieser Artickel, und sie sinds,die den Artickel verstehen.
Es fragte einer: Warum giebt uns Gott nicht vollkommeneErkenntniß? Antwortete D. M. Luther: Wenn es einer gar glau-ben könnte, so könnte er für Freuden weder essen noch trincken, odersonst etwas thun; Gott will die Kirche erhalten bis an JüngstenTag, daß sie nicht untergehe.
Von der Heiligen Dreifaltigkeit und Menschwerdung Christi,das sind die schwersten Artickel. Denn die Vernunft kann etlicher-massen das glauben, daß ein Kindlein von einer Jungfrauen gebo-ren wird, weil Gott allmächtig ist; aber da will sie nicht hinan,daß drey Personen in einem ewigen göttlichen Wesen seyn, vongleicher Gewalt und Macht w., und daß Gott selber sey Menschworden. Das ist zu hoch.
Glaube und Hoffnung sind also unterschieden, daß der Glaubespricht: Ich glaube eine Auferstehung der Tobten am JüngstenTage. Darnach thut und sagt die Hoffnung dazu: Ey, ists denn