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den. Habe sie aber den Rock in Händen gehabt, so sei es sehr na-türlich gewesen, daß sie ihn der Kirche von Trier zukommen ließ, unddurchaus unwahrscheinlich, daß sie Trier ohne einen Beweis ihrer An-hänglichkeit gelassen, besonders da Trier in kirchlicher Hinsicht denPrimat Galliens und Gcrmaniens erworben hatte, und der Dom inTrier höchst wahrscheinlich ein Pallast der Helena gewesen sei.
Diese vagen und nichtssagenden Wahrscheinlichkeiten in ihrerWilkkühr und Nichtigkeit aufzuzeigen oder etwa durch Entgcgenstcl-lung eines Dutzend ähnlicher Wahrscheinlichkeiten zu entkräften, dürfenwir uns nach der im vorigen Paragraphen gegebenen Probe überho-ben halten. Wir begnügen uns, zu zeigen, daß die historischen Vor-aussetzungen, auf die sie sich stützen, nämlich das Reliquiensuchcn derHelena, ihre Vorliebe für Trier und das Vorhandensein der Kirchedaselbst, falsch sind, und daß die angebliche Tradition der TrierischeuKirche keine Tradition, sondern lediglich eine spätere Erdichtung ist.
Die Behauptung, daß die Auffindung des Kreuzes durch He-lena durchaus unhistorisch ist, würde nur Unkundige überraschen kön-nen. Von den Magdeburger Centuriatoren an ist dies so oft erwie-sen worden, daß ohne Auffindung neuer Beweise Niemand sie alsThatsachc annehmen kann.
Hr. Marr sagt S. l6: „Helena suchte im Jahre 326 das h.„Land auf, um die hh. Orte zu sehen. Durch Erfraguugcn bei den„Einwohnern findet sie die Kreuzigungsstätte, das h. Grab, das h.„Kreuz, den Kreuztitcl und die hh. Nägel, lebt längere Zeit in Pa-lästina als Muster der Dcmuth, Wohlthätigkeit und Frömmigkeit,„zieht im Lande umher überall reichliche Gaben spendend. So berich-ten uns Eusebius, Bischof von Caesarea in Palästina, Rusinus,„Priester von Aquilesa, der in Palästina sich aufgehalten hatte, und„Theodoret, Bischof von Cyrus in Syrien."
Aus diesen Worten ist zu ersehen, auf welcher Stufe das wis-senschaftliche Studium der Kirchengeschichtc in dem Seminar zu Trierstehen muß. Wir haben nicht im mindesten etwas dagegen, daß mandort sich der Kritik absperrt; nein, halte man sie so lange als möglichfern, bekämpfe man sie mit aller Kraft: es ist ein Kampf pro ariset bovis. Aber wenn man seine Berichte mit Citaten aus Kirchen-vätern verbrämt, so wisse man wenigstens mit diesen umzugehen, sohabe man sie wenigstens gelesen, so schreibe man ihnen, wie es hierdem Eusebius widerfährt, nicht Dinge zu, die sie nie gesagt haben.