Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
120
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dem Rock Figuren, so konnte es abermals nicht Christi Rock sein, danach dem N. T. Christus in allen Dingen deni Gesetz unterthan warund das Gesetz gesagt hat: Du sollst dir kein Bild noch Abbildungmachen, von dem was im Himmel auf Erden und unter der Erde ist.Als der Nock nach der Ausstellung von 1810 noch einmal genau be-trachtet ward, fand man, daß die Vorderseite mit rothblumigcm, jetztgrößtentheils verschwundenem Damast uberzogen war. So sonderbardiese Notiz klingt, so zwecklos die Sache scheint, so auffallend und ver-dachterregend ist es auch, daß man den Damast nicht gleich bei derersten Untersuchung entdeckte. War indeß der Damast wirklich vorhan-den, so ließ sich annehmen, daß die Figuren in diesem und nicht in demRocke selbst seien, vbschon allerdings ein Thierkopf und geblümter Da-mast zwei ganz verschiedene Dinge sind. Die Notiz war wenigstens zuunklar, als daß sich aus ihr irgend ein Beweis hätte entnehmen lassen,und daher ist sie früher von uns lieber unberücksichtigt geblieben.'

Nun aber befinden sich nach jener mündlichen Nachricht die Fi-guren in dem Stoff des Rockes selbst und zwar in der Art,daß sie Plötzlich abbrechen und nach einer andern Richtung fortlaufen,welches beweist, daß hier eine Naht ist, daß das Zeug ursprünglich inanderer Verbindung gewesen, zerschnitten und ohne Rücksicht auf dieFiguren zu neuer Form wieder zusammengefügt sein muß, kurz, daß derungenähte Rock zu Trier ein genähter ist. Dieß steht allerdings inWiderspruch mit den sonstigen bestimmten Behauptungen, daß an demRock keine Naht zu erblicken sei, aber auch dieser Widerspruch wirddurch die Nachricht vollständig erklärt. Der Stoff, wird versichert, seiWolle, die aber, ohne Zweifel durch früheres häufiges Waschen inheißem Wasser filzartig geworden, wodurch zugleich, wie dies in sol-chem Fall zu geschehen pflege, die Nähte hätten unsichtbar werdenmüssen, so daß sie jetzt in der That nur an der Unterbrechung der Fi-guren erkenntlich seien.

Die Nachricht, an jene officielle von Cordel sich anlehnend, lautetso vernünftig und zusammenhängend, daß sie schon dadurch allein Be-achtung verdienen würde. Jedenfalls ergiebt sich daraus, wie nvthig eswäre, durch unparteiische Sachverständige und nur durch solche eine genaue Untersuchung des Rockes anstellen zu lassen, falls manin Trier ferner seine Aechtheit behaupten will. Ist man dort aufrichtigvon der Aechtheit überzeugt, so wird man eine solche Untersuchung um