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lieben. Wenn mehrere Päpste, und doch gewiß nicht, um mit seinenWorten S. 90 zu reden, ohne canonische Prüfung, eine so wichtigeReliquie als acht anerkennen und in ihrer eigensten Kirche bewahren,soll da ein anderer Papst diese Anerkennung so ohne weiteres, ohneneue canonische Prüfung, ohne den schlagendsten Erweis dcrUnächtheitaufheben? Und hat Hr. Marr begriffen, was aus seinen Grundsätzenfür die Aechtheit des heiligen Nockes zu Trier folgt? Wenn der vomzwölften Jahrhundert bis 1300 anerkannte Lateranische Rock dadurchaufgegeben und für unächt erklärt ist, daß im Jahre 1514 derTrierischeanerkannt wird, so muß sa auch der Trierische für unächt erklärt sein,als in dem Brede vom 22. August 1843, das er, vbschon er es beiGuerin vor sich hatte, sorgfältig übersehen hat, der Rock von Argenteuilanerkannt wurde.
Lassen wir die päpstlichen Bullen ihren Streit unter sich ausfechten.Das historische Ergebniß ist, daß im zwölften Jahrhundert, um dieselbeZeit, wo die Röcke von Trier und Argenteuil erscheinen, ein gleicherund gleichberechtigter urkundlich im Lateran vorhanden ist.
§. 15.
Der heilige ungenähte Rock zu Bremen und Loccum.
Der Erzbischof Waldemar von Bremen brachte, als er nach seinerVertreibung 1217 sich in das Cistcrcienserkloster Loccum zurückzog, umein unruhiges Leben dort im Stillen zu beschließen, den eingenähtenRock Christi, der bis dahin im Dom zu Bremen aufbewahrt war und„welchen dieBremer fürmahls in großen Ehren gehalten" "), mit sichund ließ ihn an einer durch ein weißes Kreuz bezeichneten Stelle in derWand der Kirche einmauern ^). Der Loccumer Mönch, der dies berich-tet, beschreibt die Stelle im Bremer Dom, wo er gelegen, fügt hinzu,daß noch zu seiner Zeit wenigstens eine Abbildung desselben dort aufbe-
a) Letzuer Nachricht.von dem Reichs-Stiffte Luckem in Leuckfelds eVntl-guiratez ülickaolstoiaensos. Wölkend. 1716. 4. S. 126.
b) Diese Geschichte war uns zunächst nur aus Le Huer a. a. O., aus Wcide-mann und Kösters Geschichte des Klosters Loccum. Gött. 1822. 4.S. IZ und Staphorsts Hamburgischer Kirchengeschichte >,, I, K4g be-kannt. Aus diesen ergab sich die nngedruckte Chronik des Loccumer AbtesStracke (16VV—1626) als Quelle. Auf unsere Bitte hat Hr. vr. A.Muucke in Loccum die Gefälligkeit gehabt, die Stelle zu übersenden, welcheim Anhang Nr. 26 abgedruckt ist.