Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
59
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verdächtigt werden; es wird S. 19 gegen Fredegar richtig bemerkt,daß bei griechischen Schriftstellern gegen die Natur der Sache keine Er-wähnung des Worfalls zu finden sei, und Gregor mit der Bemerkung,,,daß er überhaupt als sehr leichtgläubig bekannt wenig zuverlässigsei," abgewiesen. Wohl, Gregor war leichtgläubig, aber hier erzählter nur einfach wieder, ,,was er von einigen gehört habe," ,,was niansage," und ob er es, was er nicht einmal sagt, geglaubt habe odernicht, hat auf die Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Thatsache nichtden mindesten Einfluß. Auf der andern Seite dagegen, da bekanntlichdie eine Hand die andere waschen muß, um hier kein gröberes Sprich-wort zu gebrauchen, ist es nicht wohlgethan, die Autorität eines voneiner Reliquie berichtenden Schriftstellers in Abrede zu stellen, wasschlimme Konsequenzen haben und am Ende gegen den eigenen Heerdausschlagen konnte. Hr. Marr erkennt daher das Factum, trotz dessehr lcichgläubigen Erzählers, an, er hilft sich aber durch die Behaup-tung ,,da keiner der Chronisten Gelegenheit hatte, durch Anschauung,,des fraglichen Kleides sich zu vergewissern, ob dasselbe in Form und,/innerer Beschaffenheit die Signatur einer Tunica oder eines andern,,Kleidesstrage,"sei ihreAnsicht, nach welcher sie es den ungenähten,,Rock nannten, durchaus als irrig zu bezeichnen," und essei irgend ein anderes Kleidungsstück des Herrn gewesen. Aber hatHr. Marr etwa Gelegenheit gehabt, sich durch Anschauung von derSignatur" der beiden fraglichen Rocke zu vergewissern? Die Chro-nisten nennen sie Tunica inconsutilis, es muß folglich entweder diesfestgehalten oder gleich die ganze Anekdote aufgegeben werden. WelcheLogik aber berechtigt dazu, willkuhrlich den einen Theil der Erzählungfür unglaubwürdig, den andern für glaubwürdig zu erklären? warum,wenn es nicht das war, was die Chronisten sagen, verwirft Hr. Marrnicht auch die Angabe, daß es überhaupt ein Kleid war, und sagt, essei wahrscheinlich irgend eine andere Reliquie, z. B. eine ThräneChristi, wie deren eine in dem Kloster zu Vendome aufbewahrt wurde") ?

a) Sie ist bei Mabillon ^nn. Oes. 8. Ken. IV. 5Z2. beschrieben und abgebildetund ihre Aechtheit von diesem gelehrten Benediktiner noch später gegen denverruchten Zweifler Thiers tapfer vertheidigt worden. Das Nähere beiSchroeckh KGesch. XXlll. 18l> ff. Eine andere war in St. Laurenz beiLüttich, die denn doch der sonst so gläubige Rayß, llieroxaropbzlaeiumLelgieuw p. S72 zu vertheidigen für nöthig findet. Es giebt nach dessenZeugniß noch mehrere.