Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
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licher Zeitraum in Bezug auf die Aechtheit eiuer Reliquie, feststand.Er weiß, daß Erzbischof Bruno den Nock als den ächten in den Niko-lausaltar gelegt hat, und genau so diel, nicht mehr und nicht weniger,wissen auch wir über sein Alter. Im Jahre 1121 ist er vorhanden;über Nacht hat Bruno, der um 1106 noch an den Thiofrid und denRock in Safed geglaubt hat, seine Ueberzeugung geändert. Aus welchenGründen? Wüßten wir nur bestimmter, ob der älteste Aufzeichner derGesta 1111 oder 1122 geschrieben, ob er die Tunica vor oder nachder Weihe des Nikolausaltars in die Urkunde Sylvesters eingeschobenhat. Ist es nachher geschehen, so erklärt sich die Einschiebuug äußerstnatürlich, und nur der Nock verliert noch einige zehn Jahre mehr vonseinem Alter. Im andern Falle zeigte sich ein Weg, die Sinnesände-rung Brunos, wenn nicht auf natürliche, doch auf übernatürlicheWeise zu motiviren. Wenn der Chronist keinen wirklichen Rock vorsich gehabt hat, wie käme er nur zu seinem Einschiebsel? Menschenkönnen es ihm nicht angegeben haben, warum hätte diesen Bruno mehrgeglaubt, als dem vielerfahrnen Thiofrid? Wir sehen nur den Aus-weg einer übernatürlichen Nevelativn, und würden Hn. Marr dieSache zu bedenken geben, wenn er nicht Hr. Marr, sondern etwa Hr.Guerin oder der Pater Hecht wäre. Aber Hr. Marr zeigt sich bei derLegende von dem wachsenden Nocke, bei der Sage von dem schützendenNocke (S. 11, 14) und sonst mehrmals zu verständig, zu wenig glau-bensvoll , als daß wir ihn mit Mirakeln ohne festen Grund aus bloßerMuthmaßung hervor belästigen möchten.

Nur sehe er wohl zu, dies Mirakel oder nichts anderes rettet dieAuthenticität des Rockes. Die bloße Versicherung Erzbischofs Brunodeckt sie ebenso wenig, als der gutgemeinte Browerschc Bericht die De-tails über die Auffindung von 1196.

Diese Behauptung wird Niemandem auffallen, der semalS denWegen der Heiligenverehrung im Mittelalter nachgegangen ist: weraber etwa nie davon gehört haben sollte, wie man gerade im 12.Jahrh. Reliquien machte und Reliquien taufte, der lasse es sich voneinem durchaus unverdächtigen Augenzeugen, dem frommen Abte Gui-bert von Nogent (gest. 1124) erzählen, einem eifrigen Verehrer derHeiligen und ihrer Reliquien, den ein edler Unwille veranlaßt hat, ineinem eigenen Buche seiner Zeit ihre Neliquienfälschungen vorzuhalten;der nehme sich wenigstens aus einem einzigen Beispiele ab, wie es da-