88. Christian Callisen in Glückstadt.
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Juristen, der mit Angelegenheiten der Verwaltung und der Praxiseines Anwalts beschäftigt ist. Durch die ganze Schrift zieht sichaber der Ausdruck echter, aufrichtiger Frömmigkeit, des Erbteilsseines Vaters, und ein ernstes Stroben nach Selbstzucht und Er-kenntnis der Wahrheit. Bemerkenswert ist seine Besorgnis vordem Lebendigbegrabenwerden und seine Zaghaftigkeit der letztenStunde gegenüber, die nicht sowohl auf der Furcht vor dem Todeberuht, als auf der Angst vor den bevorstehenden Krankheiten undLeiden, die dem Ende vorhergehen könnten. Wir haben es hieroffenbar mit einer laienhaften Auffassung der pathologischen Vor-gänge zu tun, deren oberflächliche Kenntnis man sich damalswährend der Studienzeit anzueignen bestrebt war, während natür-lich die eigentliche Fachbildung und die richtige Erkenntnis ihresWesens fehlte. Boi dem gottergebenen, frommen Manne wäresonst diese Furcht unerklärlich.
Der Schluß des Tagebuches und die Verfügungen für seineHinterbliebenen mögen hier folgen.
„D. 5ten Jun. 1773. — Heilige mich Heiligster! Ich feyredas Fest deiner tiefsten Erniedrigung, für mich erniedrigter Jesu!Blicke aus der hellen Höhe der Gottheit auf mich Sünder, derdurch dein Leiden gereiniget ist. Schröcke mich durch das Gefühlmeiner großen Schwäche, durch die Ohnmacht aller Welt- undMenschen Hülfe, durch den ernsthaften Gedanken des anrückendenTodes, durch die Stimme des Weltrichters, und durch die Ewig-keit. Aber, laß auch meine Dankbarkeit ganz uneingeschränkt,und stärker als irgends eine andere Neigung, wozu meine Seelefähig ist, werden, wenn ich dich Jesu! als den Retter aus allendiesen Gegenständen des Schröckens verehre. Sieger über allemeine Feinde! nimm dich deines Eigenthums an! Siehe! dir huldigeich, deinem Panier folge ich. 0 erfülle mich mit deiner Gottes-kraft, so viel mir hier nötig ist, um das Kleynod zu erringen, wor-nacli icli kämpfe.“
„Für meine Nachbleibenden.
Einige Wünsche, Bitten, Rathschläge und Verfügungen.
1. Was mich selbst betrift.
Wann nun dasjenige, was der barmherzige Gott mir an letzterKrankheit, Leyden und Schmerzen, — wozu Er, dem ich vertraue,mir Kraft und Mutli geben wolle! — auferlegen mögte, wird über-standen seyn; und mein Cörper nun entseelt da liegt: so sollt ihrnicht trauern, wie die so keine IJofnung haben. Fallt vielmehr