53
Welchem die Thräne funkelnd fiel von der Wange,Als er, sanft sich verneigend, ausstand. EntgegenIhm, zu erfragen ging ich den Grund seiner Rüh-rung.
„Nimmer bleibt ihr verwundert", sprach nun der
Alke,
„Wenn ihr vernehmt die Geschichte des Bildes.
Wild und öd' umher war die Gegend. Mein Aelter-
Vaker
Machte sie urbar, und da fand er das Bildwerkblnter Schutt, und erbaut' ihm diese Kapelle.
Lange schalt ihn verdrießlich der Pfarrer, schmollendUeber des GöHendiensts Gräuel. Doch der FinderRuhete nimmer, bis mit Festgepränge das BildnißMard'vom Pfarrer geweiht vor der ganzen Gemeinde.Miele Sommer verflossen seither. Die AerndtenWaren alle gesegnet. Wie war' ich heuteOhne Rührung geschieden von der guten Madonna?"Näher seht tretend dem Gnadenbild, erkannt' ichEiner Ceres Gestalt von griechischem Meilel,
Links den Aehrcnkranz in der Hand; auf den rechtenArm hingelegt war ihr ein lieblicher AmorVon dem Finder, welcher, der Götterlehre nicht
kundig,