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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
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Almansor.

)Er sctzt sich auf des Felsens Spitze, und hält Zuleima ans dem SchoßesIch bin der arme Mbdschmm, und ich sitzeAuf meinem Felsen, spiel' mit meinem Reh,

Denn in ein Reh verwandelte sich Leila,

Und sah mich an mit freundlich klaren Augen,

Jetzt sind die Äuglein zu, mein Rehlein schläft.

Still! still! Du Zeisig, zwitschre nicht so schmetternd.Du Käfer, summe leiser. Liebes Lüftlein,

Durchraschle nicht so laut die Blätter, — stille!Ein Wiegenlied will ich dir singen. Stille!

Er wiegt Zuleima im Schöße und singt.

Die Sonne wirft ihr Nachtkleid um,Gar rosenrot und schön;

Die Vöglein werden still und stumm,

Sie wolln zu Bette gehn.

Schlafe, mein Rehlein, auch du!

Mein Rehlein schläft, recht hübsch; doch gar zu lang.Die schmachtend süßen, liebeklaren ÄugleinSind zugeschlossen jetzt, fest zugeschlossen, —

Und bleiben zu? Ist denn mein Rchlein tot?

(In Thräueu ausbrechend.)

Tot! Tot! mein weiches, weißes Rehlcin tot!

Die süßen Sternlein ausgelöscht und tot!

Mein totes Rehlein! sanft will ich dich bettenAuf Rosen, Lilien, Veilchen, Hyacinthen.

Aus gvldnem Mondschein web' ich eine Decke,

Und deck' dich zu. Ein Trauerlied soll dirRotkehlchen singen, und es sollen zwölfGoldkäfer ernsthaft Schildwacht stehlt des TagSAn deinem kleinen Blumenbettchen, zwölfGlühwürmchen sollen flimmernd dort des NachtS,

Wie stille Totcnkerzcn, leuchten; aberIch selber will dort weinen Tag und Nacht.

lZulcima erwacht aus ihrer Ohnmacht.)

Was seh' ich? Heimlich leise regen sichDie zarten Glieder, und der scidne VorhangDer süßen Augen rollt sich langsam auf!

Das ist kein Rehlein, das ist Leila nicht,

Das ist Zuleima, Alys schöne Tochter —

(Zuleima öffnet die Augen.)

Der Himmel schließt sich auf, das Himmelreich!

Zuleinin. Bin ich im Himmel schon?

Alimnisor. AuS starrem Tod

Bist du erwacht.

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