184 Won der Einsetzung des Osterlamms w.
Christus, Milch und Butter isset, an der Mutter Brüsten liegetund zu Bethlehem zu finden sey, und da lernen, warum Chri-stus kommen, was man an ihm habe. Es. 7, 15. 1. Petr. 2, 2.Wenn ich zu Gott sagen wollte: Warum thust du das? so ant-wortet er: Ich weiß es wohl, was dahinter ist. Wenn wir dast)usre unterlassen könnten, so wurde der Teufel nicht herein-kommen mit solchen und dergleichen Fragen, ob wir versehen sindzur Seligkeit oder nicht, item, wie Christus könne Gott undMensch seyn u. s. w.
Von der Einsetzung des Osterlamms und dessenHindeutung auf Christum.
2. B. Mos. 12, 1 — 5.
A'llhier treibet Moses zwo Lehren, erstlich, wie man das Oster-fest halten solle, darnach, wie man die Erstgeburt oprffen möge.Das Osterfest sollen sie darum halten, daß sie zur selbigen Zeitausgezogen waren aus dem Königreiche Egypten; aber die Erst-geburt sollten sie darum opffern, daß Gott die Erstgeburt derEgypter todtgeschlagen hatte. Davon wollen wir zu seiner Zeitweiter hören.
Auf daß man aber nicht gedencke, gleich als hatte Mosesallhier allen Menschen solch Gesetz gegeben, so müssen wir wissen,daß die Historie uns zum Exempel der Nachfolge nicht gegebenist; wir dürfen das Osterlamm nicht schlachten, noch die Erstge-burt opffern. Denn Moses ist nicht uns, sondern alleine demjüdischen Volcke zum Lehrer gegeben. Daran ist viel gelegen, daßwir es wohl wissen; denn wenn wir Mosen in allen Geboten hal-ten sollten, so müßten wir auch beschnitten werden und dürftennicht die Taufe annehmen, müßten auch das Osterlamm essen.
Denn droben (1. Mos. 12, 7. u. 26, Z. u. 28, 13.) habtihr gehöret, wie Gott mit Abraham, Jsaac und Jacob redet,und verhieß ihnen, daß er ihrem Saamen wollte das gelobteLand geben. Diese Geschichte und Worte sind nicht über diegantze Welt gegangen, sondern nur geblieben und gefasset in derSchnur und dem Stamm Abrahams. Darum lasset sich Mosesnicht weiter treiben, noch sich bestellen, denn nur auf die Kinder