Auf dieses Alles werde ich mit größter Genauigkeit undSorgfalt wachen, den redlichen wackern Mann jederzeithochschätzen und auszuzeichnen bemüht seyn, so wie ichden, der seiner Schuldigkeit nicht gehörig nachlebt, dafüransehen und nach Maßgabe der Umstände mit Strenge,aber Gerechtigkeit zu bestrafen wissen werde. Wonachsich ein jeder zu achten und für Schaden zu hüten; undist dieses meine ernstliche und bestimmte Meinung.
„Hiernach hat sich das Etatsministerium selbst zuachten, und diese meine eigenhändige Ordre, durch dieeinzelnen Departemcntschess, an die Präsidenten ergehenzu lassen."
Berlin, den 23. November 1797.
Friedrich Wilhelm.
Der König war damals 27 Jahr alt. Dieser Ernstin einem jungen Fürsten berechtigte zu all' den Hoff-nungen, die das spätere Leben so reich bestätigt hat.
Der König wollte durchaus keine Unterschlcife derBeamten dulden, und deswegen beschützte er die Prcß-freihcit in den Tageblättern, da ihm diese als eins dergeeignetesten Mittel erschien, die Nachlässigkeiten der Un-tcrbcamten bis zum Auge und zum Ohre des Königs zubringen.
Der König sprach dieses später in der berühmtenKabinetsordre an den Staatsminister von Angern aus,welche wegen einer Klage der Kammer in Hamm gegenden westfälischen Anzeiger erlassen wurde; in diesemstand nämlich eine Anzeige wegen der verfallenen Ruhr-brückc in Herdcckc, welche die Kammer in Hamm übelgenommen hatte.