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Friedrich Wilhelm der Dritte
Entstehung
Seite
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nach dreißigjährigen Versuchen mit freien Staatseinrich-tungen ist man in Frankreich noch nicht so weit, daßman eine gute Städte- und eine gute Gcmeincordnunghatte. Man hat sie immer machen wollen, man hatsie immer versprochen, allein man hat sie noch niegegeben. — Paris ist lange so frei nicht, wie Berlinoder Königsberg. Die zwölf Maires von Paris ernenntdie Regierung, und auf den Vorschlag derselben die Mu-nicipalräthe; ferner ernennt sie die Steucrvertheiler, unddie Bürgerschaft von Paris genießt, in Hinsicht der Ver-waltung ihrer Stadt, nicht die geringste Selbständigkeit. —^ Dieselbe Bürgerschaft, die zwölf Dcputirte in die Kammerwählt, und die Zi Mill. 614,000 Nthlr. Abgaben im Jahre1820 bezahlte, besitzt nicht einmal das Recht, ihren Ge-meine-Rath zu wählen. — Wie selbständig aber durchdie Städteordnung bei uns die Gemeinen geworden sind,dieses haben wir oben im zweiten Abschnitte gesehen. —Die Stadteordnung ist jetzt seit 10 Jahren ausgeführt.Nirgend ist seit dieser Zeit ein Aufstand durch sie ent-standen, und doch besitzen gerade die stärksten,die reichsten und machtigsten Gemeinen dieSelbständigkeit und die Stadteordnung.

Die Selbständigkeit der Landgcmeinen wird nochvon einer andern Seite von einem großen Vortheilesepn. Sie macht nämlich das Leben auf dem Landeangenehm. Die reicheren und angesehenem Familienwerden zu Gemeinevorstanden gewählt, und in dieserAuszeichnung liegt immer etwas Angenehmes. Diesekleine Aristokratie ist für die Stabilität der Gesell-schaft von großem Vorthcilc. — Man bedauert es inFrankreich sehr, daß man sie nicht hat. — Alle In-teressen, alle Ambitionen, sagt Benjamin Constant,kommen nach Paris und bekämpfen sich hier; daher sind