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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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194
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194 Richard Wagner.

Schlesinger einen Verleger seiner Kompositionen wie seiner musikalischen Aufsätzezu finden. Die Aufsätze Wagners in Schlesingers(M?stt«z musieals" sind aus-gezeichnete schriftstellerische Arbeiten und gewannen schon damals den Beifall vieler.Heine war von ihnen entzückt und verkündete das Lob Wagners in den Kreisenseiner Freunde mit Begeisterung. Wagner dagegen war bei aller Verehrungfür Heine doch schon damals darüber im klaren:Die schnell erschlaffte Spann-kraft seines Talentes" sei daraus zu erklären, daß dessen üppige Wurzel aus derheimatlichen Erde gerissen wurde. Dieses Urteil findet sich in einem Aufsatz überMeyerbeer aus dem Jahre 1840, von dem nur einzelne Fragmente in dieÖffentlichkeit gedrungen sind. In einer Pariser Korrespondenz vom Juli 1841aus Meudon nimmt Wagner mit voller Entschiedenheit die Partei Heinesin dem bekannten Duellstreit mit Solomon Strauß, dem Gatten von BörnesFreundin. Wagner schrieb damals:Heine befindet sich in diesem Augenblick ineinem Pyrenäenbade und liegt auf den Tod krank. Hatte er nicht den Mut, eineihm zugefügte schmähliche Beleidigung zu rächen, so müssen wir ihn beklagen;keiner von uns hat das Recht, ihn deshalb zu schmähen, außer die Offiziereunserer Armee und die Landsmannschaften unserer Universität; beide aber gehenHeine nichts an".

Die Anregungen aus dem Umgang mit Heine hatten aber noch eine tiefereWirkung. Wagner selbst hat in seinerAutobiographischen Skizze" das Nähereerzählt. Nur in der Redaktion des Textes dieser Erzählung findet sich eine kleineAenderung, die für die Darstellung des Verhältnisses zwischen Wagner und Heinewichtig ist. Wagner schildert nämlich seine berühmte Seefahrt von Riga nachLondon und sagt in der ersten Rezension seinerAutobiographie", die er für dieElegante Welt" Heinrich Laubes 1843 schrieb, darüber folgendes:Diese See-fahrt wird mir ewig unvergeßlich bleiben; sie dauerte drei und eine halbe Wocheund war reich an Unfällen. Dreimal litten wir von heftigstem Sturm, und einmalsah sich der Kapitän genötigt, in einen norwegischen Hafen einzulaufen. Die Durch-fahrt durch die norwegischen Scheren machte einen wunderbaren Eindruck auf meinePhantasie. Die Sage vom fliegenden Holländer, wie ich sie aus dem Munde derMatrosen bestätigt erhalten, gewann in mir eine bestimmte, eigentümliche Farbe,die ihr nur die von mir erlebten Seeabenteuer verleihen konnten". Später erzählter, wie sich die Idee bei ihm zu einem dramatischen Stoffe gestaltete.DerFliegende Holländer«, dessen innige Bekanntschaft ich auf der See gemacht hatte,fesselte fortwährend meine Phantasie; dazu machte ich die Bekanntschaft von HeinrichHeines eigentümlicher Anwendung dieser Sage in einem Teil seines Salons.Besonders die von Heine erfundene, echt dramatische Behandlung der Erlösungdieses Ahasverus des Ozeans gab mir alles an die Hand, diese Sage zu einem