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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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191
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Ein Brief Hebbels. 191

hatte er diesem Groll bitteren Ausdruck gegeben. Die Erklärung am Schlüsse desGedichtesUnd ein andermal erklär' ich euch der Fabel Moral" brachte Hebbelwohl aus den Gedanken, daß Heine noch etwas gegen Dessauer vorhabe. Wiemir Ludwig August Frankl s. Z. mitteilte, und wie Karl Emil Franzosurkundlich nachgewiesen hat, ist dies durch die Vermittlung Anastasius Grünsverhindert worden. Diefurchtbare Wahrheit" aber, von der Hebbel spricht, findetsich im letzten Gesänge des WintermärchensDeutschland". Dort giebt Heine demKönig den Rat, die lebenden Dichter zu schonen:

Beleidige lebendige Dichter nicht, Kennst Du die Hölle des Dante nicht,

Sie haben Flammen und Wasser, Die schrecklichen Terzetten?

Die furchtbarer sind als Jovis Blitz, Wen da der Dichter hineingesperrt,

Den ja der Poet erschaffen. Den kann lein Gott mehr retten

Kein Eott, kein Heiland erlöst ihn jeAus diesen singenden Flammen!

Nimm Dich in acht, dasz wir Dich nichtZu solcher Hölle verdammen!

Wie viele Mißverständnisse auch die beiden in ihren Grundanschauungen und inder Lebensauffassung so verschiedenen Dichter getrennt haben mögen, so haben dochbeide stets ihren Wert zu würdigen gewußt und fast immer dieser Würdigungunbefangenen und gerechten Ausdruck gegeben. So bildet die Geschichte derBeziehungen zwischen Hebbel und Heine immerhin in unserer, an derartigenBeziehungen nicht allzureichen Litteraturgeschichte ein lehrreiches Kapitel.

Achtzehntes Kapitel. Richard Wagner.

war im Winter 1839, als Wagner zum erstenmal durch Heinrich Laubet^bei Heinrich Heine in Paris eingeführt wurde. Er war im Herbst jenesJahres nach Paris gekommen als ein unbekannter Musikermit einer Frau,anderthalb Opern, einer kleinen Börse und einem furchtbar großen, furchtbar vielfressenden Hunde". An Bord eines Segelschiffes war er so von Riga nachLondon, von London nach Paris gezogen. In Paris wollte er nun zur Geltungkommen. Dort fand ihn Laube, der ihm schon in Leipzig einen Opernte.rtKosciusko" gedichtet hatte.Es war ein merkwürdiger Kontrast", erzählt Laube,als ich von der langen Unterredung mit Meyerbeer hinüberging in die ärmlicheWohnung Wagners und nun diesen rhapsodieren hörte über die Zukunft derOpernmusik. Dort wohlausgeglichene Glätte des nordischen Meeres, hier Sturmund Ungewitter in den Wogen; dort mühsam erworbene Ruhe, hier Unruhe; dortReichtum der äußeren Mittel, hier gänzliche Armut." Laube führte Wagner bei