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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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24 Der Ahnensaal.

Die Verhältnisse der Familie mußten auch zu jener Zeit nichts weniger alsglänzend gewesen sein, da die Kosten des einfachen Begräbnisses, wie aus dennoch vorhandenen Gemeinderechnungen hervorgeht, von Solomon Heine gedecktwurden. Heine erhielt die Nachricht von der lebensgefährlichen Erkrankung seinesVaters auf seiner italienischen Reise in Venedig. Er hatte ursprünglich die Absicht,nach Rom zu gehen, aber in Florenz befiel ihn plötzlich eine so glühende Sehn-sucht nach seinem Vater, daß er sich eiligst auf den Heimweg begab. In Venedigempfing er den Brief seines Bruders, daß er bei Tertor Näheres erfahren werde.Als er dort ankam, war der Vater tot. Noch ein Jahr später erzählt er seinerangebeteten Freundin, Friederike Robert in Berlin, daß er wie zur Selbstverspottunggerade damals die glänzendste Zeit seines Lebens beschrieben, jene Zeit, wo er be-rauscht von llebermut und Liebesglück auf den Höhen der Apenninen umherjauchzteund große Heldenthaten träumte, wodurch sein Ruhm sich über die ganze Erde ver-breiten würde, bis zur fernsten Insel, wo der Schiffer des Abends am Herde vonihm erzählen sollte. Dann fügte er mißmutig hinzu!Jetzt wie bin ich zahmgeworden seit dem Tode meines Vaters! Jetzt möchte ich auf so einer fernenInsel das Kätzchen sein, das am warmen Herde sitzt und zuhört, wenn vonberühmten Thaten erzählt wird". Als Heine nach längerer Zeit wieder einmalnach Lüneburg kam, sprach er mit seinem Freunde Rudolf Christian! nur von demVater, und einmal sagte er:Ja, ja! Da reden sie von einem Wiedersehen inverklärter Lebensgestalt. Was thue ich damit? Ich kenne ihn in seinem altenbraunen Ueberrocke, und so will ich ihn wiedersehen. So saß er oben amTische, Salzfaß und Pfefferdose vor ihm, das eine rechts, das andere links,und wenn wieder die Pfefferdose rechts stand und das Salzfaß links, sostellte er das um. Im braunen Ueberrock kenne ich ihn, und so will ichihn wiedersehen". Und zu Adolf Stahr sagte er noch 30 Jahre später:Ichhabe den Verlust meines Vaters jahrelang nicht begreifen und nie verschmerzenkönnen. Er war von allen Menschen derjenige, den ich am meisten aus dieserErde geliebt habe".

Die Mutter des Dichters, Betty Heine, blieb nach dem Tode ihres Gattenbei ihrer Tochter in Hamburg. Sie erhielt seitdem von Salomon Heine eine jähr-liche Rente von 1000 Mark Banco, deren Fortdauer bis an ihr Lebensende ihrtestamentarisch gesichert war. Sie überlebte nicht nur ihren Mann, sondern auchihren geliebtesten Sohn. Ihre letzte Ruhe fand sie nicht neben ihrem Gatten,sondern auf dem inzwischen neuerrichteten israelischen Friedhof in Hamburg. Eineinfacher Sandstein bezeichnet ihr Grab, der auf der Vorderseite die Inschrift trägt:Hier ruhet Betty Heine geb. van Geldern, geb. zu Düsseldorf den 27. November 5331,gest. den 3. September 5619". Auf der Rückseite ist das Geburts- und Sterbe-