Potsdam
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und schwache Männer — diese Umkehr des Geschlechtsverhältnissesist bezeichnend für die Romantik. Die einen gehn an den andernzugrunde, die Frauen an den schwachen Männern, die Männeran den starken Frauen. Die Ehe jedes dieser Romantiker ist eineJbsensche Tragödie, wie auch die Stücke des Norwegers trotz ihresscheinbaren Realismus verspätete Erzeugnisse der Romantik sind.
Die Beschreibung seiner italienischen Reise hatte Heine in Pots-dam so weit gefördert, daß Anfang Juni einige weitere Kapitelzu den schon früher übersandten nach Stuttgart zum Erscheinen indem Cottaschen „Morgenblatt" abgehen konnten. Der Verfasserhatte sich in nicht mißverständlichen, energischen Worten einen un-verstümmelten und unverkürzten Abdruck ausbednngen oder dieRückgabe des Manuskriptes gefordert. In erstaunlich leichtfertigerWeise setzte man sich über den berechtigten Wunsch eines Autorshinweg, der damals einer der ersten, wenn nicht der erste Schrift-steller Deutschlands war. Man ließ seine Arbeit zunächst mehrereMonate liegen, erst im November wurde sie bruchstückweise gedruckt,aber selbst die herausgerissenen Teile in einer unglaublich zugestutztenFassung. Heines Annahme, daß die Stuttgarter Redakteure ihmfeindlich gesinnt seien, traf wohl das Richtige. Vermutlich hatte erseinerzeit die Kollegen in der Cottaschen Redaktion seine Über-legenheit fühlen lassen, und den kleinen Geistern machte es Spaß,sich hinter dem Rücken ihres Verlegers, an dessen guten AbsichtenHeine nicht zweifelte, in dieser boshaften Weise zu rächen.
Ein längerer Aufenthalt in Helgoland tat dem Dichter wohlund gab ihm seine alte Frische zurück. So traf er Ende Sep-tember in Hamburg wieder in besserer Stimmung und guter Ge-sundheit ein, um den Druck des dritten Bandes der „Reisebilder"zu überwachen. Natürlich fehlte es nicht an den üblichen Diffe-renzen mit Campe. Es kam so weit, daß der Verleger auf dieKlagen des Autors zu antworten ablehnte und daß dieser in Be-griff stand, sein Werk zurückzuziehen. Dem Eingreifen Merckels ge-lang es, mit Mühe eine Versöhnung herbeizuführen. Campe ent-schloß sich zu einer bessern Ausstattung des Buches, wogegen sich