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Heinrich Heine
Entstehung
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IX. Zwischen Dichtung und Politik

enige Wochen nach dem Erscheinen des ersten Bandes derReisebilder" suchte Heine wieder das geliebte Norderneyauf. Ein schwerer Sturm hielt ihn mehrere Tage auf der Ausfahrtin Kuxhaven zurück. Schon dort schlug die Spielbank eine Breschein seine Reisekasse mit dem sauer erschriebenen Campeschen Honorar,in Norderney dagegen lächelte ihm zunächst das Glück, doch wardie Gunst der Fortuna nicht von Dauer und besonders der letzteTeil des mehrwöchigen Aufenthaltes litt unter dem Spielverlust,unter Geldnot und unter den Versuchen, sich die nötigen Louisd'or zu verschaffen. Auch sonst war der Eindruck des Seebades,obgleich die Gesundheit des Dichters sich beständig besserte, nichtso erfreulich wie im Vorjahre. In der Badegesellschaft überwogder hannöversche Adel. Es ist begreiflich, daß seine Mitglieder undebenso die zahlreichen anwesenden fürstlichen Persönlichkeiten denVerfasser derHarzreise" mit Mißtrauen betrachteten. Die alteFürstin Solms-Lich, seine gute Freundin vom vorigen Jahr, drohteihm, so oft sie ihn traf, mit aufgehobenem Zeigefinger, ohne daßsie ihm den Grund sagen wollte. Auch die schöne Frau aus Cellewar wieder da, doch gestalteten sich die Beziehungen zu ihrweniger freundlich, und es kam sogar zum offenen Bruch, den siegesucht zu haben scheint. Eine andere Frau ist aber damals, wennauch nur für einen kurzen Augenblick, beglückend in das Leben desDichters getreten. Er hatte, wie er an Merkel schrieb, dassüßeste,mystisch lieblichste Ereignis, das jemals einen Poeten begeisternkonnte. Der Mond schien mir zeigen zu wollen, daß in dieser Weltnoch Herrlichkeiten für mich vorhanden. Wir sprachen kein Wort es war nur ein langer tiefer Blick, der Mond machte dieMusik dazu im Vorbeigehn faßte ich ihre Hand und ich fühlteden geheimen Druck derselben meine Seele zitterte und glühteich Hab' nachher geweint. Was hilft's, wenn ich auch kühn genugbin, das Glück rasch zu erfassen, so kann ich es doch nicht lange