Harzreise
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Vielwisserei, des Dünkels, der Etikette, der „schwarzen Röcke, sei-denen Strümpfe und weißen höflichen Manschetten",
Auf die Berge will ich steigen,wo die dunkeln Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,und die stolzen Wolken jagen.
Lebet wohl, ihr glatten Säle,glatte Herren, glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,lachend auf euch niederschauen.
Auf den Bergen ist Freiheit und die Freiheit ist die Erzeugerinaller Tugenden. Hier waltet die Treue, die Einfachheit und dieLiebe, hier Hausen die guten, von jeder Unkultur unberührtenMenschen; der Hirtenknabe, der wie ein König über seine Herdewaltet nnd mit dem Fremdling gerne sein karges Brot teilt, dertreue Bergmann, der das Silber verachtet, das er für andere ausdem Schoß der Erde gräbt, und endlich das reine, einfache Mädchen,das allein die Liebe des Dichters, des „Ritters von dem heiligenGeist", verdient. Und hier scheidet sich Heines Weg von dem desTaugenichts. Während dieser ganz im Stil der Romantik die Augenzu einer über ihm stehenden Aristokratin erhebt, knüpft unser Dichteran die Tradition von „Sturm und Drang" an und liebt wieWerther, Faust, Egmont, ja wie der junge Goethe selber einMädchen aus dem Volke. Der Bund zwischen dem Genie und demVolke wird vollzogen, als Symbol der Revolution gegen das Her-kommen, gegen eine überlebte Klassenherrschaft. Denn selbst dieRevolution stellte sich das Geschlecht vor hundert Jahren romantischvor, nicht als den Ausbruch der wirtschaftlichen Bedürfnisse derMasse, sondern als Wirkung der Idee, deren Träger das großeIndividuum, der Ritter yon dem heiligen Geiste ist. Die Verbin-dung mit der Bergmannstochter, die Heine in der einsamen Waldes-hütte, umräuscht von den wogenden Tannen und den brausendenWinden, begeht, bedeutete ein Programm. Heute erscheint uns dieSzene als eine poesieverklärte Idylle, die nur durch die Erinnerung