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Heinrich Heine
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III. Auf der Universität

hatten die Studenten ein Fest gefeiert mit Fackelzug, Frendenfeuernund Ansprachen. Eine der Reden war durch Heines Freund Neunzigin entstellter Form in eine Düsseldorfer Zeitung gebracht wordenund gab wegen ihres aufreizenden Tones Anlaß zu einer gestrengenUntersuchung, bei der auch der Dichter als Zeuge vernommenwurde. Es kam nichts dabei heraus. Der Zeuge mußte seine Teil-nahme an der Feier und seine Anwesenheit bei der Rede zugeben,hatte aber sonst nichts Wesentliches auszusagen, wie überhaupt dieganze Angelegenheit sich als eine harmlose Kinderei entpuppte. DasVerfahren wurde eingestellt, zumal da die Universitätsbehörde selbstwenig Lust zeigte, die aufgebauschte Sache weiterzuführen. DerVorgang ist interessant, weil er uns über die Stimmung des jungenStudenten aufklärt. Obgleich er noch kaum der Universität an-gehörte, war er einer der Eifrigsten bei der patriotischen Feier, ja erhat sie sogar durch ein Sonett (II, 64) verherrlicht.

Die Nacht auf dem Drachen fels.

Um Mitternacht war fchon die Burg erstiegen,der Holzstvß flammte auf am Fuß der Mauern,und wie die Burschen lustig niedcrkauern,erscholl das Lied von Deutschlands hcil'gen Siegen.

Wir tranken Deutschlands Wohl ans Rhcinweinkrllgen,wir sahn den Burggeist ans dem Turme lauern,viel' dunkle Ritterschatten uns umschauern,viel' Nebelfraun bei uns vorüberstiegen.

Und aus den Türmen steigt ein tiefes Ächzen,es klirrt und rasselt, und die Eulen krächzen;dazwischen heult des Nordsturms Wutgebrausc.

Sieh, nun, mein Freund! so eine Nacht durchwacht' ichauf hohem Drachenfels, doch leider bracht' ichden Schnupfen und den Husten mit nach Hause.

Das Fest fand auf dem Kreuzberg und nicht auf dem Drachen-sels statt. Die letzte Terzine ist, wie schon die Verwechslung derbeiden Berge ergibt, eine nachträgliche Änderung; dem jungen Heinelag es damals ferne über die Vorgänge zu spotten. Er hatte sichder Burschenschaft angeschlossen, trug eine rote Mütze, schwärmte