rheilte sie allerdings mit vielen Gevatterinen, aber es ent-sprang bei ihr aus der innigsten Sympathie sür den Dichterund sein Schicksal, das ue in Folge der immer zunehmendenKrankheit sehr beunruhigte. Sie war deshalb froh, ihn inder Obhut einer braven Frau zu wissen. „Heine ist ge-kommen, um mich zu sehen," schreibt sie am W. Novemberl847 in ihr Tagebuch . . . „zu sehen? ach, seine gelähmtenLider schließen ihm die Auge». Das Leiden scheint größergeworden zu sein. Sein armer Körper ist nur noch einSchatten, aber sein Geist lebt in voller Stärke. Er hatmir von seiner Mutter gesprochen, welche in Hamburg lebt.Er schreibt ihr jeden Tag, um sie zu beruhigen, obwohlihm diese Arbeit in seinem Znstande sehr schwer wird. Diedeutschen Zeitungen haben von dem Unglück berichtet, welchesihn getroffen. Da kam Heine ans die Zdee, seiner Muttervorzureden, daß es eine kluge Bnchhändler-Speeulation sei,ihn als sterbend auszugeben. „Wie gefaßt ich auch bin",sügte Heine hinzu, „gestern übermannte mich doch dieRührung, als ich einen Brief von meiner Mutter erhielt,in dem sie mir schrieb, daß sie jeden Tag ans der Tiefeihres Herzens Gott danke, daß er ihrem thcuren Sohn dieGesundheit erhalten. Und das nimmt Gott ohne Gewissens-bisse an! Ah, das ist gewiß ein barbarischer Gort, wie derder alten Acgypter! Eine griechische Gottheit würde einenPoeten nicht so behandeln; sie würde ihn vielleicht mit demBlitze treffen! Aber ihn elend sterben lassen Stück fürStück ....!"
Zm Zanuar 1848 machte Heine Frau Zaubert seinenletzten Besuch. Er mußte sich von seinem Diener aus demWagen in die Wohnung tragen lassen. Karin, dort an-gelangt, wurde er von einem jener schrecklichen Krämpfebefallen, wie sie ihr, bis zu seinem Tode nur zu oft heim-suchten und die er nur durch Anwendung von Morphium