480 ZÜN
dann stattzufinden, wenn man die Zündhütchen auf ungelade-nen Gewehren erplodiren ließ. Bei geladenen Gewehrenwurden bloß die Zündkegel von dem, aus dem Chlorkali durchdas Verbrennen entwickelten Sanerstoffgas angegriffen. Sie sindjedoch leicht zu reinigen, und bleiben so lange brauchbar, alssie dem Schlage des Hahues widerstehen. Zum Ucberfluß kannauch leicht ein neuer Zündkegcl eingeschraubt werden, ohne daß esdazu eines Büchsenmachers,bedarf.
Aündkammcr fpoire-kou) war ehemals in den franzo-sischen schweren Kanonen hinten, am Boden der Seele ange-bracht, und zwar
bei den 24pfdgen. 1" 6"" im Durchmesser; 2" 6"" lang— 16 — 1 _ ^ i" i(>"'
Das Zündloch ging in dieser Kammer aus, welcher manden Nutzen zuschrieb: jenes gegen das Ausbrennen zu schützenund das Feuer nach dem Mittelpunkt der Ladung zu führen.Um diese Kammer zu reinigen, hatte der Wischer einen langemHaarbusch auf seiner Mitte. Weil man jedoch späterhin dieseVorsicht vernachlässigte, blieb ein Theil des glimmenden Bodensder Patrone in dieser kleinen Kammer zurück und verursachtedurch Entzünden der Ladung Unglücksfalle. Man beschloß da-her 1813 diese Zündkammer abzuschaffen und bohrte dieSeele der Kanone unten halbkngclförmig aus, um daS Umgie-ßen zu ersparen.
Zündloch leidet mehr oder weniger, durch ein heftigesund anhaltendes Feuer mit starken Ladungen; so daß man ge-nbthigt ist, nach einigen 100 Schüssen neue Zündlochstolln ein-zuschrauben. Das gewöhnliche Stückmetall erweist sich hier amwenigsten dauerhaft; besser -widersteht Gußeisen, geschmiedetesEisen, und am besten Kupfer, wie Erfahrung hinreichend lehrt.Bei der Eroberung von St. Sebastian 1814 waren die Zündlö-cher der, in der Festung befindlichen metallnen 24pfündigen und16pfündigen Kanonen so sehr ausgebrennt, wie sie Fig. 18. und19. Taf. XXVII. in natürlicher Grbße erscheinen. Obgleich we-niger, waren die von den Engländern während der zweimaligenBelagerung der erwähnten Festung gebrauchten eisernen Ka-nonen dennoch durch 1200 bis 1500 Schuß sehr beschädigt,wie aus den in ihrer natürlichen Große vorgestellten Zündlöchernderselben Fig. 20. und 21. hervorgehet. Am wenigsten warenes die Zündlöcher zweier eisernen Carronaden ZU Fig. 21.; beiweitem nicht so sehr, wie die mit Kupfer verschraubten Zündlö-cher 4 mctallner achtzolliger Hanbitzen i. Ii. I. m. Die am mei-sten beschädigten Geschütze 1. 2. 3. 4. 5. 7. 10. 11. 13. 14. 15.Fig. 20. und a. o. o. 1. Fig. 21. wurden zur genauem Unter-suchung nach Woolwich gesendet. Mau stellte zugleich hier mit4 eisernen Vierundzwanzigpfündern — von denen 2 bloß durch