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Kar
Bestreichung der dem gewaltsamen Angriff ausgesetzten Stellenbedienen kann. Ueberhaupt wird im Allgemeinen die Wirkungder Kartätschen überschätzt, von deren geringem Werth Decker(Die Artillerie für alle Waffen 8. 1r Thl. 548) eine eben sopoetische als wahre Schilderung macht; der Einfluß, welchen sieauf die Imagination des Feindes haben, ist bei Weitem dasWichtigste; es scheint allerdings kein übler Rath, auf größereEntfernungen mit den kleineren Kugeln zu schießen, und die grö-ßeren für die Nahe zu bestimme», obgleich es der Theorie undden gewöhnlichen Grundsätzen entgegen ist.
Bei den 1828 auf der Mvmbacher Haide bei Mainz an,gestellten Versuchen gegen eine Bretwand von 8" Höhe und214" Länge erhielt man von 5 Schüssen treffende Kugeln:
800
Schritt-
170005
170005
285
02
Z21
84555
150
80254
85220
94
71
200
75121
1) Gewöhnliche 24pfbge Kanone mit
8 Pfund Pulver nnd S4löthizenKugeln.
Mit glöthigen Kugeln.
2) Kurze, 12 Kaliber lange Kano-
nen von demselben Kaliber, mit4 Pfund Ladung und ZilöthigcnKugeln.
Mit lilörbigen Kugeln.
5) 7pfündige Haubitzen mit Klvthi-gen Kugeln.
Die Beschaffenheit und Verfertigung der Kartätschen istschon oben im 2ten Theile Art. Kartätschen beschrieben worden,wobei nur noch zu bemerken ist, daß man sich bei der preußi-schen, der französische» und der sachsischen Artillerie in einemGesenk-Ambos geschmiedeter eiserner Kugeln bedient, wäh-rend man bei anderen Artillerien gegossene anwendet. Manglaubt, daß oie ersteren vollkommener rund und schwerer aus-fallen als die letzteren, auch bei dem Anschlagen, an harte Gegen-stände nicht so leicht zerspringen; die gegossenen Kugeln habendagegen den Vorthcil der Wohlfeilheit, der bei dem so bedeu-tenden Verbrauch allerdings auch etwas gilt, ja vielleicht dienur wenig vergrößerte Wirksamkeit aufwiegt. Die Oesterreicherhaben dcßhalb das Ueberschmieden der Kauonen und Kar-tätschkugeln wieder verlassen, und begnügen sich, sie bloß in Roll-fassern abzuschleifen. Der bessern Wirkung der Kartätsche nach-tbsilig bleibt jedoch das, bei der preußischen Artillerie gewöhn-liche Verfahren: die Büchse bei dem Füllen mit Kugeln auf denschon befestigten Deckel zu stellen, die Kugeln einzuschütteln, und