kleine Stück, dieser *) Demuthsspiegel be-weist mir, daß David sich selbst geprüfet habe,welches seine Tadler so ganz vergessen können.Denn wer die moralische Vollkommenheitund Reinheit liebt, die nebst dem ernstestenTugendwandcl in ächtcr Dcmnth besteht, dermuß auch wie Jesus Christus sanftmülhig undv on H crz en d emü thi g seyn. Er muß in kei-nem Ding an sich selber Gefallen haben, oderwie der stolze **) Pfau sich in seinen Vorzügenund Gaben spiegeln. Kurz, er muß gar nichtan sich denken, sondern wie die Engcl sich nurfreuen, wenn er von Gott gewürd igt wird , sei-nen Willen zu thun. Dann bittet er aufrichtigmit dem frommen Dichter:
O Gott! entzündet deine GunstMein Herz mit wahrer Demuthsbrunst,So laß michs selber nicht empfinden.Ihr zarter Schmuck wird gar zu leicht be-schmitzt.
Man schaut die Demuth flugs verschwinden,So bald man glaubt, daß man sie schon besitzt.Dis letzte war indessen bey David gar nicht der Fall,
wenn
Das herrliche Blatt, der Demuthspieael, vomCand. W. Hoffmann, der diese Grelle erklärt, undund das oft bey uns gedruckt ward, ist bekannt.
Bey diesem fiel mir noch kürzlich die moralische Be-lehrung durch die Natur ein, die Gott sichtbar auchdurch dis Thier bezwecket hak.