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2 (1838)
Entstehung
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XXI

Kanton Aargau.

1. Äarau.

Thurm, Haus und Mallstätte eines uralten, schon im Beginnde s neunten Jahrhunderts erloschenen, Grafengeschlechts von Rorelagen einst zwischen weiten Viehtrifften und noch weitläuftigernTannenwäldern, am Ufer der wilden Aare, wenige Wegstundenland aufwärts von der weiland großen, zerstörten Stadt Vindo-nissa. Der Thurm schien wie eine Vorwacht der kriegerischenBurigunden gegen die helvetischen Allemannen, in die Wildnißder beiderseitigen strittigen Gränzlande hingestellt worden zu seyn.Schon auch die Römer mögen da einen Wachtposten zum Schutzgegen die Stromüberfahrt unterhalten haben. Man erkennt nochSpuren der schnurgraden Kunststraße, durch den Rorer-Wald,zum rechten Aarufer, und römischer Gemäuer am linken Ufer,zu Füßen des Kirchbergs dortiger Dorfschaften. Allmählige An-siedlungen der Leute unter dem Schutz des burgundischen Thur-mes gaben endlich einem Städtlein, in den Anen an der Aar,Ursprung und Namen. Hundert und etliche Hänser waren vonder Ringmauer in ein Bündel zusammengeschnürt. Aber trotzempfangener kaiserlichen Privilegien blieb dieser Ort klein undbedeutungslos im ursprünglichen engbegränzten Weichbilde. DasGebiet zu erweitern, nach andrer Städte Beispiel, fehlte es denEinwohnern von Aar au an Vermögen und Streitkraft; denVorstehern der Bürgerschaft Geistesgröße und Entschlossenheit imgünstigen Augenblick; selbst zum Handel und Verkehr fehlte dieNachbarschaft des damaligen Waarenzuges über die Alpen vonoder nach Italien.

Bei dem Allen ist Aar an ein sehr namhafter Ort in denGeschichten der ältern und neuern Schweiz geworden. Denn Städte