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XV
Kanton Genf.
1. Gent, mit Rousseau's Insel.
Der Fremdling, welcher sich zum erftenmahl der uralten Allo-brogen-Stadt naht, sey es von der Seeseite oder Landseite, magsich etwas überrascht, und vielleicht in seinen Erwartungen getäuschtfühlen. Hier verkündet ihm nicht schon aus der Ferne ein Waldhimmelanftrebender, großer und kleiner Thürme, in den verschiedenenBauarten der Jahrhunderte aufgeführt, Stolz und Größe einerStadt, welche bisher die volkreichste der Schweiz war; Genfgleicht einem berühmten Manne, dessen Namen alle Welttheilenennen, und der, wenn wir ihn selbst, in seiner bescheidnen Ge-stalt und einfachen Kleidung, vor uns sehn, uns einige Augen-blicke verlegen und ungewiß macht, ob die Person wirklich zuihrem großen Namen gehöre? — Auch das Innere der Stadt,mit ihren irregulären Straßen, wiewohl es nicht an vielen schönenöffentlichen und pattastartigen Privatgebäuden fehlt, gewährt nichtsweniger, als den Eindruck des Großartigen. Im kleinen Umfangvon 10 bis 1l,000 Fuß durch Vestungswerke umspannt, drängensich auf diesem Raum etwa 1400 Häuser zusammen, ohngefähr30,000 Menschen zu beherbergen. Man mußte die Stadt luft-wärts vergrößern, weil erdwärts der Platz dazu fehlte. Die Häusersind vier, fünf und sieben Stockwerke hoch getrieben, als wärensie, vom Gürtel der Wälle geklemmt, in die Höhe geschossen, wieein Wald bei zu dichtem Bestände. Selbst die maaslose Mengevon Schornsteinen, welche wie Stacheln den Obertheil der Häuser-reihen bekleiden, scheinen vom Druck und Drang der allzuvoll-säftigen Körpermassen aus den Dächern hervorgetrieben zu seyn.