Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

293

habe mich durch dieses unwürdige Benehmen nicht im-mer davon abhalten lassen; allein ich rathe Niemanden,meine Kühnheit nachzuahmen. Es ist besser, sich aufeinem Wege, welcher beynahe nur von türkischen Woh-nungen umgeben ist, und der sehr hausig begangen wird,auf ein inneres Gebet zu beschränken, als zu Unbilde;und Gotteslästerungen zu reihen. Ich erlaubte mireines Tages vor dem Haufe der heiligen Veronikaeinige Ehrfurchtsbezeugungen; augenblicklich stürzte anseinem Fenster ein Topf mit Wasser auf mich herab.Am besten war es, gar nichts darüber zusagen, undichging stillschweigend vorüber.

Um mindestens einigermaßen ihrer Frömmigkeit Ge-nüge zu thun, suchen die meisten Pilger den Gegen-stand, welcher die Station anzeigt, wenn er gleich oftmit Speichel bedeckt ist, heimlich zu berühren, und legendann die Hand auf das Herz.

Die erste Station des Kreuzweges beginnt an derSte lle selbst, wo die letzte Station des Weges der Ge-fangennehmung sich endiget, das ist am Lithostrotos,wo Jesus zum Kreuztode verurtheilt worden ist.

Der Lithostrotos, aufhebräisch EmdbsUm, war eineTerrasse, oder selbst eine Gallerie, eine Art Balkon mitMarmor oder Stein belegt, wie sein Name anzeigt, vomdem herab Pilatus das Todesurthcil verkündigte. Erstieß an das Gerichtshaus. Er ist heut zu Tage inden Umkreis der Wohnung des türkischen Statthalterseingeschlossen. Da die Zugänge zu selber von Häschernund Janitscharen bewacht sind, so macht man diese erste