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5 Umringt von diesen Henkern schreyt die Unglücklichelaut um Barmherzigkeit, — sie will einige Wortesprechen, den Verdacht von sich abwälzen. — — IhreBrüder, ihr Vater sind anwesend, sie bemerkt sie, sieruft sie an, aber dieser Vater, diese Brüder sind es,welche am meisten auf ihr Verderben dringen. »Mein,Vater! mein Vater! im Namen Gottes erinnere ich,dich, daß ich dir das Leben verdanke! meine Brüder!5 habt ihr vergessen, daß wir in einem und demselben»Schooße gelegen sind!« Vergebliche Worte. Siesinkt vor Schwäche nieder, sie stirbt, ihre Augen er-löschen, — — plötzlich beleben und öffnen diese sichwieder, allein nur um .zu sehen, wie der Arm ihresVaters über sie erhoben ist, um zu sehen, wie ihreBrüder dem entsetzlichenBepspiele des väterlichen Grim-mes folgen. Hierauftauchen alle ihre Hände
in das Blut, und die Familie glaubt auf diese Weis-die Makel auszulöschen, welche sie für ewige Zeitbefleckt. Die zuckenden Ucberrcste der Unglücklichenwerden vom Pöbel zerrissen.
Mit den Leichenbegängnissen sind immer einig-sonderbare Gebräuche verknüpft, welche etwas Heid-nisches an sich haben. Am Tage der Beerdigungkommen die Weiber, und weinen, tanzen, springen,schreycn alle zugleich an dem Grabe des Verstorbenen.An gewissen Tagen des Monates, in welchem der Hin-tritt statt gefunden hat, gehen sie wieder auf denKirchhof und wiederholen ihre Bewegungen, ihr Ge-schrey und ihre Klagen. Sie würden sie für Besessen-