Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110

Die Griechen, mächtig durch ihre Reichthümer, ha-ben diese immer nur dazu verwendet, und verwendensie noch dazu, die Lateiner zu unterdrücken, welche siemit demselben Auge betrachten, mit dem ein stolzerEroberer eine besiegte Nation betrachtet. Ein Wortder katholischen Fürsten an die hohe Pforte könntediesen Zustand der Dinge ändern; allein man hat nichtden Muth, dieses Wort zu sprechen. Der Ministereiner großen Macht zu Konstantinopel, den ein eifri-ger Missionär im Namen des gekreuzigten Jesus de-müthige Vorstellungen über den traurigen Zustand derheiligen Orte gemacht und um seine mächtige Für-sprache gebeten hatte, antwortete: »Was! wegen ems-iger Steine wollen Sie Europa und Asien unter ei-nander bringen?«- Eine Gott lästernde Ant-wort, und um so abgeschmackter, weil es sich nur umeine einfache Empfehlung bey dem türkischen Mini-sterium handelte.

Folgen Sie mir nun, mein lieber Freund! wir wol-len miteinander die Kirche des heiligen Grabes durch-wandern.

Die Dunkelheit, welche in ihrem Innern herrscht,überrascht den Pilger indem Augenblicke, in welchemer selbe betritt, und ladet ihn ein, oder bereitet ihn ge-wisscrmassen vor, große Eindrücke zu empfangen.

Der erste Gegenstand, welchen er vor sich sieht, istder Stein der Salbung, auf welchem der Körper un-sers Herrn mit Myrrhen und Aloe eingerieben wordenist, ehe er ins Grab gelegt wurde. Er liegt nur einige