Von den Standen des HCrrn IEsu :c. 22z
7- Fr. Ist nicht vermuthlich unter den dreien Ga-ben, die sie ihm schenkten, ein Geheimniß ver-borgen?
A. Dieß ist wohl glaublich; und so könntedas Gold, des HErrn JEsu königlichesAmt, der Weihrauch sein priesterliches,die Mprrken aber sein prophetisches Amtvorgestellet haben; oder etwa auch der Weih-rauch seine Gorcbeir; das Gold seine heiligeSeele, und die Myrrhen seinen mit bit-tern Leiden belegten, doch unverweslichenLeib zc. *).
L. Fr. Zu welchem Ende mag man vermuthen,daß GOtt diese Weisen aus so fernen Landenhabe kommen laßen ?
A. Daß er gleich anfangs seinen Sohn denHirten offenbaret, welche Juden, und ein-fältige Leute waren; und nun auch den Wei-sen, welche Heiden waren; dieß kann eineAnzeige seyn, daß erstlich den Juden, her-nach aber auch den Heiden das Evangeliumsollte verkündiget werden; daß aber auch diemenschliche und heidnische Weisheit, unter
den
») Das Gold kann auch den Glauben und die Liebe;der Weihrauch das Gebeth; die Myrrhen aber dieLeiden bedeuten **). Anm.d.Vers.
5*) Nebst dieser geistlichen Bedeutung ist es üderdemaber auch noch besonders merkwürdig, daß in diesemreichen Geschenke zugleich das Reisegeld sür die ar-men Aelrern JEsu zu ih.er Flucht nach Aegypren,und das Achtel enthalten war, während ihrem Auf-enthalte daselbst sich zu ernähren.