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Neuntes Kapitel.
worden, daß alle Afsecten und Neigungenunordentlich, fleischlich und thierisch sind, sodaß alles wider einander läuft, Haß undHiebe, Furcht und Hoffnung, Traurigkeit undFreude u.f w. und keine Harmonie, Ruhe,Friede oder Stille in ihr ist. Die Imagina-tion oder EmvildunIskrafc ist ganz finster,verwirrt und verdorben, und wie ein wildes,zaumloses Pferd ausgelaßen, in tausenderleifalschen, eiteln, thörichten und sündlichenBildern und Fantasien. Die Sinne gehenalle von GOtt ab, und in die Kreatur, undsind also nichts anders als so viel Fenster ge-worden, wodurch Sünde, Fluch und Todin den Menschen unaufhörlich eingehen.
12. Fr. Wie ist der Tod und das Verderben überdes Menschen Geist und dessen Haupteigen-schaften gekommen?
A. Sie find ganz von GOtt und seinemseligmachenden sichte abgewandt, auswärtsgekehrt, und in die Finsterniß gesunken.
iz. Fr. Wie über den tvillen, oder den unend-lich begierigen Grund der Seele, als die ersteHaupteigenschaft des Geistes?
A. Durch die Sünde hat der Mensch sei-nen Willen und seine Begierde von GOtt undseinem Lichte, als dem eigentlichen Vorwurf,wofür der Geist geschaffen worden, abgezo-gen; er mußte daher alsbald in schrecklicheFinsterniß und Unruhe gerathen; und nach-dem er sich mit seiner Begierde und Willen zu
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